Anglo American-Aktie: Schmerzhafte Transformation!

Anglo American verzeichnet 2025 einen massiven Gesamtverlust von 3,7 Milliarden Dollar, obwohl das Kerngeschäft Umsatz und EBITDA steigern konnte.

Auf einen Blick:
  • Umsatz aus fortgeführten Geschäften steigt auf 18,5 Milliarden Dollar
  • Gesamtverlust weitet sich auf 3,7 Milliarden Dollar aus
  • De Beers erleidet 2,3 Milliarden Dollar Abschreibung
  • Dividende sinkt von 42 auf 23 Cent pro Aktie

Die Zahlen von Anglo American für 2025 lesen sich wie ein Lehrbuch über die Schmerzen eines Konzernumbaus. Auf den ersten Blick verbessert sich das Kerngeschäft. Der Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten kletterte auf 18,5 Milliarden Dollar, nach 17,8 Milliarden im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA legte leicht auf 6,4 Milliarden Dollar zu.

Doch sobald man alles zusammenrechnet, die Verkäufe von Geschäftsbereichen und die massiven Sonderbelastungen, bleibt ein schwerer Verlust. Der Gesamtverlust weitete sich auf 3,7 Milliarden Dollar aus. Das Management redet seit zwei Jahren davon, dass ein schlankerer Konzern mehr wert sein soll. Die Realität sieht anders aus.

Das Diamantengeschäft De Beers bleibt ein Problemfall. Trotz leicht gestiegener Umsätze von 3,5 Milliarden Dollar machte die Sparte einen EBITDA-Verlust von 511 Millionen Dollar. Obendrauf kommt eine Abschreibung von 2,3 Milliarden Dollar. Labordiamanten machen dem traditionellen Geschäft das Leben schwer, und Anglo findet keine Antwort darauf.

Die Dividende zeigt die Wahrheit

Interessant wird es bei der Dividende. Anglo schlägt 16 Cent Schlussdividende vor, nach 22 Cent im Vorjahr. Die Zwischendividende lag bei 7 Cent, macht zusammen 23 Cent für das Jahr. 2024 gab es allein als Zwischendividende 42 Cent. Das Management spricht von Kontinuität in der Ausschüttungspolitik. Anleger sehen darin wohl eher ein Eingeständnis, dass der Bergbau zyklisch bleibt, egal wie sehr man den Konzern vereinfacht.

Die Verschuldung sank immerhin auf 8,6 Milliarden Dollar, von 10,6 Milliarden. Geholfen haben Verkäufe, etwa der restliche Anteil an Valterra Platinum für 2,4 Milliarden Dollar. Der operative Cashflow aus dem Kerngeschäft blieb mit 7 Milliarden Dollar stabil.

Anglo steckt mitten in einer Transformation, deren Ausgang noch offen ist. Die fortgeführten Geschäfte machen wieder operativen Gewinn, das stimmt. Doch die Kosten des Umbaus sind enorm, und De Beers zieht weiter nach unten. Anleger werden Anglo letztlich daran messen, ob die verbleibenden Geschäfte dauerhaft profitabel sind. Nicht daran, wie aufgeräumt das Portfolio aussieht.

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