Anglo American rückt beim Umbau seines Portfolios einen großen Schritt voran. Der Konzern verkauft sein australisches Stahlkohle-Geschäft an Dhilmar Limited und zieht damit Konsequenzen aus seiner klaren Neuausrichtung.
Der Deal bringt bis zu 3,875 Milliarden US-Dollar ein. Davon fließen 2,3 Milliarden US-Dollar bei Abschluss in bar, bis zu 1,575 Milliarden US-Dollar kommen später über eine erfolgsabhängige Zahlung.
Kapital für den Schuldenabbau
Der Verkaufserlös soll vor allem die Bilanz stärken. Das Geld ist für den Schuldenabbau vorgesehen, während Anglo American zugleich die geplante Fusion mit Teck Resources vorbereitet.
Rechnet man den jetzt vereinbarten Verkauf mit dem früheren Ausstieg aus Jellinbah zusammen, kommt der Konzern auf erwartete Gesamterlöse von rund 4,9 Milliarden US-Dollar aus dem Kohleausstieg. Der Abschluss der Transaktion mit Dhilmar wird bis zum ersten Quartal 2027 erwartet.
Parallel dazu bleibt der Blick der Börse auf der großen Teck-Fusion. Kanada hat dem Zusammenschluss bereits zugestimmt. In mehreren anderen Jurisdiktionen läuft aber noch die Prüfung, darunter Chile, China, Japan, die USA, Europa und Südkorea.
Aktie unter Druck
Am Markt kam der Schritt nur verhalten an. Die Aktie gab in London um rund 1,3 Prozent auf 3.733 Pence nach. Zuletzt schloss sie bei 3.657 GBX und lag damit knapp 5,7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von gut 10 Prozent zu Buche.
Der Titel bleibt aber klar im Aufwärtstrend. Seit Jahresbeginn liegt er mehr als 20 Prozent vorne, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar fast 78 Prozent. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt knapp 20 Prozent. Das spricht für eine robuste Marktposition, auch wenn die jüngste Bewegung zeigt, wie sensibel Anleger auf Neuigkeiten reagieren.
Mehr als nur Kohle
Hinzu kommt operativer Druck in Südamerika. In Chile hat ein Umweltgericht die Genehmigung für das Collahuasi-Projekt ausgesetzt, darunter auch eine wichtige Entsalzungsanlage. Das Management erwartet zwar keine unmittelbaren Folgen für die laufende Produktion.
Für die längerfristige Projektpipeline bleibt der Fall aber relevant. Anglo American trennt sich nicht nur von Kohle, sondern sortiert sein gesamtes Portfolio neu. Kupfer, Eisenerz und Nährstoffe für die Landwirtschaft sollen künftig im Mittelpunkt stehen. Auch die Zukunft von De Beers steht zur Prüfung, nachdem der Diamantenmarkt schwächer läuft.
Der Konzern macht damit deutlich, wohin die Reise gehen soll: weg von alten Geschäftsbereichen, hin zu Rohstoffen, die für Elektrifizierung und Dekarbonisierung gefragt sind. Mit dem Kohleverkauf gewinnt Anglo American dafür Geld, Fokus und etwas mehr Luft für die nächste große Hürde.
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