Ein Quartal, das mehr nach Aufbruch als nach Routine aussieht: Der steirische Industriekonzern Andritz hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die den Aktienkurs um rund sieben Prozent nach oben katapultierten. Der Titel näherte sich damit seinem 52-Wochen-Hoch von 80,70 Euro. Auslöser war weniger der Umsatz als die Profitabilität — und ein Auftragspolster, das inzwischen historische Dimensionen erreicht.
Margen ziehen kräftig an
Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 8,5 Prozent auf gut 2,1 Milliarden Euro. Bemerkenswerter war die Entwicklung beim vergleichbaren EBITA: Es sprang um knapp 15 Prozent auf 182,4 Millionen Euro, die Marge kletterte von 8,4 auf 8,9 Prozent. Das Konzernergebnis stieg um 6,6 Prozent auf 109,2 Millionen Euro.
Management führt die Verbesserung auf drei Faktoren zurück: bessere Projektabwicklung, das Auslaufen margenschwacher Altprojekte im Wasserkraftgeschäft und greifende Restrukturierungsmaßnahmen. Drei der vier Geschäftsbereiche liegen mit ihrer Halbjahresmarge bereits innerhalb der für 2027 gesteckten Zielkorridore — Metals bei 6,0 Prozent, Hydropower bei 7,1 Prozent, Environment & Energy bei 10,0 Prozent.
Auftragsstand auf Rekordniveau
Der Auftragsbestand erreichte zum Halbjahresende mit 12,6 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert, ein Plus von gut 20 Prozent gegenüber Jahresende 2025. Getragen wurde der Anstieg vor allem vom Wasserkraftgeschäft, das im ersten Halbjahr einen Auftragseingang von 2,4 Milliarden Euro verbuchte — ein Zuwachs von 82 Prozent. Im zweiten Quartal allein ging der Auftragseingang zwar um 3 Prozent zurück, blieb aber bereits das siebte Quartal in Folge über der Zwei-Milliarden-Euro-Marke.
Die wachsende Bedeutung der langlaufenden Wasserkraftprojekte hat allerdings einen Nebeneffekt: Die Umsatzkonversionsrate des Auftragsbestands sinkt unter 60 Prozent, nachdem sie historisch bei rund zwei Dritteln lag. Vorstandschef Joachim Schönbeck bezeichnete den Rekordauftragseingang als „starkes Zeichen des Vertrauens“ der Kunden und verwies auf die weiterhin konsequente Projektabwicklung als zentralen Fokus.
Auch bei der Innenfinanzierung zeigte sich Fortschritt. Der operative Cashflow legte im ersten Halbjahr um 72 Prozent auf 291 Millionen Euro zu, der freie Cashflow verneunfachte sich nahezu auf 160 Millionen Euro. Die Nettoliquidität stieg auf 593 Millionen Euro.
Prognose bestätigt
Andritz hält an seiner Jahresprognose fest: Umsatz zwischen 8,0 und 8,3 Milliarden Euro, vergleichbare EBITA-Marge zwischen 8,7 und 9,1 Prozent. Für 2027 bleibt das Mittelfristziel von 9 bis 10 Milliarden Euro Umsatz bei einer Marge über 9 Prozent bestehen. Management rechnet damit, dieses Ziel organisch zu erreichen, größere Zukäufe seien nicht eingeplant. Die für das zweite Halbjahr erwarteten Restrukturierungskosten in der Metallsparte sollen bis Ende 2026 oder Anfang 2027 auslaufen.
Andritz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Andritz-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Andritz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Andritz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
