Der internationale Technologiekonzern Andritz hat die Weichen für weiteres Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien gestellt. Mit der feierlichen Eröffnung einer neuen Ausbaustufe am Standort Linz sowie einer Serie von Großaufträgen aus Nordamerika und Asien festigt das Unternehmen seine Position als Ausrüster für industrielle Schlüsselindustrien. Insbesondere die Bereiche Wasserkraft und Zellstofftechnik stehen dabei im Fokus der jüngsten Geschäftsabschlüsse.
Standort Linz als Zentrum für Energiewende-Technik
Am Donnerstag markierte das Unternehmen mit der Fertigstellung der ersten Ausbaustufe für die Turbogenerator-Produktion in Linz einen strategischen Meilenstein. Der Konzern reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach technischer Infrastruktur im Zuge der globalen Energiewende.
In der oberösterreichischen Landeshauptstadt sollen künftig verstärkt Generatoren gefertigt werden, die speziell für den Einsatz in Projekten mit erneuerbaren Energien konzipiert sind. Der Ausbau ist als klares Bekenntnis zur Erhöhung der Fertigungskapazitäten in Europa zu verstehen, um den Bedarf an hocheffizienten Energiewandlern zeitnah bedienen zu können.
Großprojekte in Nordamerika und Asien sichern Auslastung
Parallel zur Kapazitätserweiterung in der Heimat konnte Andritz bedeutende Verträge auf dem Weltmarkt abschließen. In Kanada unterzeichnete der Energieversorger New Brunswick Power eine Vereinbarung über die nächste Planungsphase zur Modernisierung des Wasserkraftwerks Mactaquac. Das Projekt umfasst die Erneuerung von sechs Turbine-Generator-Einheiten, die zusammen über eine Leistung von 666 Megawatt verfügen.
Auch im asiatischen Raum verzeichnet der Konzern substanzielle Auftragseingänge. Das chinesische Unternehmen Nanning Sun Paper beauftragte Andritz am Mittwoch erneut mit der Lieferung von Hauptprozess-Technologie.
Der Auftrag umfasst die Ausrüstung für eine dritte Zellstofflinie sowie die neue Papiermaschine PM21 am Standort Nanning in der Provinz Guangxi. Laut Unternehmensangaben bewegt sich das Auftragsvolumen in einem mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Inbetriebnahme der Anlagen ist für Mitte 2027 geplant.
Medienberichten zufolge konnte Andritz zudem einen Erfolg in Indien verbuchen. Das Unternehmen JSW Steel bestellte am Dienstag eine kontinuierliche Verzinkungsanlage für sein Stahlwerk in Toranagallu. Dieser Auftrag wurde bereits in die Bilanz des zweiten Quartals 2026 eingerechnet, was die kontinuierliche Auftragsdynamik im laufenden Geschäftsjahr unterstreicht.
Flankiert werden diese Entwicklungen durch frühere Erfolge, wie etwa einen Auftrag des französischen Energiekonzerns EDF für das Pumpspeicherprojekt Vouglans/Saut-Mortier, bei dem Andritz eine neue Pumpenturbine liefert.
Technische Sicherheit und Marktposition
Neben dem operativen Geschäft adressiert der Konzern proaktiv technische Sicherheitsaspekte seiner Systeme. Nachdem die US-Behörde CISA am 17. August auf Schwachstellen in den Steuerungssystemen HIPASE-250 und 250 SCALA hingewiesen hatte, reagierte das Unternehmen mit der Bereitstellung aktualisierter Softwareversionen. Die Sicherheitslücken, die Versionen bis 7.20 betrafen, wurden durch die Veröffentlichung der Versionen V8.00.00 und V8.15.00 geschlossen.
An der Börse wird die operative Stärke des Konzerns honoriert. Das Papier notiert mit einem Kurs von 82,50 Euro derzeit nur rund 2,6 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 84,70 Euro. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 24 Prozent zulegen, was das Vertrauen der Anleger in die Wachstumsstrategie des Anlagenbauers widerspiegelt. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf rund 8,07 Milliarden Euro.
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