Ams Osram Aktie: Verschuldungsgrad auf 2,5 gesenkt

Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon spült 570 Millionen Euro in die Kasse und senkt den Verschuldungsgrad spürbar.

Auf einen Blick:
  • Aktie steigt um 8,5 Prozent
  • Verkaufserlös von 570 Millionen Euro
  • Schuldenabbau beschleunigt sich deutlich
  • Fokus auf digitale Photonik verstärkt

Ams Osram trennt sich von einem kompletten Geschäftsbereich. Der Deal mit Infineon spült 570 Millionen Euro in die Kasse. Anleger reagieren am Freitag begeistert.

Die Aktie springt um 8,50 Prozent auf 21,70 Euro. Damit setzt sich die Erholung der vergangenen Woche fort. Binnen sieben Handelstagen hat das Papier bereits 14,81 Prozent zugelegt.

Verkauf des Sensorgeschäfts abgeschlossen

Ams Osram hat den Verkauf seines nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon Technologies final abgeschlossen. Die Transaktion war Anfang Juli über die Bühne gegangen, ihre Wirkung zeigt sich jetzt im Kurs. Der Konzern trennt sich damit von einem Randbereich, um sich voll auf digitale Photonik zu konzentrieren.

CEO Aldo Kamper nennt den Schritt einen entscheidenden Meilenstein für die Bilanz. Das Unternehmen will damit globaler Marktführer in Digital Photonics werden. Die Barmittel aus dem Deal fließen direkt in die laufende Portfolio-Transformation und beschleunigen den Schuldenabbau.

Der Verkauf reiht sich in eine Serie ähnlicher Schritte ein. Ams Osram hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrere Randbereiche abgestoßen. Ziel ist immer dasselbe: Kapital freisetzen, um Schulden zu reduzieren.

Schuldenlast sinkt spürbar

Der finanzielle Effekt ist erheblich. Der Verschuldungsgrad sinkt durch den Deal von 3,3 auf rund 2,5. Zusammen mit weiteren laufenden Verkäufen rechnet der Konzern mit Gesamterlösen von 670 Millionen Euro.

Das Management peilt zudem eine Halbierung der jährlichen Finanzierungskosten an. Bis 2028 sollen diese von bis zu 300 Millionen Euro auf unter 150 Millionen Euro fallen. Das würde die Bilanz erheblich entlasten.

Analysten sehen Fortschritte

JPMorgan hatte sein Kursziel für Ams Osram zuletzt angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Bank verweist auf Fortschritte bei der Restrukturierung. Zusätzlich sieht sie Potenzial im Bereich KI-Photonik und Micro-LED-Technologien.

Der Kursverlauf der vergangenen Monate zeigt die Dramatik der Wende. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 155,29 Prozent zu Buche, auf Zwölf-Monats-Sicht sind es 69 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 7,38 Euro im Dezember hat sich die Aktie fast verdreifacht.

Trotz der starken Erholung bleibt das Papier deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro aus dem Mai. Der Abstand beträgt noch 18,73 Prozent. Die annualisierte Volatilität von 97,35 Prozent zeigt: Der Titel bleibt ein Nervenspiel für Anleger.

Mit dem Closing des Infineon-Deals hat Ams Osram einen wichtigen Baustein seiner Portfolio-Rotation gesetzt. Entscheidend wird jetzt, wie schnell sich die frei werdenden Mittel in einem sichtbaren Rückgang der Verschuldung niederschlagen. Parallel muss sich zeigen, ob die Wette auf KI-Photonik und Augmented-Reality-Anwendungen auch operativ Substanz gewinnt.

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