Der Halbleiterkonzern ams-OSRAM verzeichnete am gestrigen Freitag einen deutlichen Kurszuwachs von 5,0 Prozent und ging bei 19,05 Euro aus dem Handel. Damit setzt das Papier seine übergeordnete Aufwärtsbewegung fort, die seit Jahresbeginn bereits zu einem Plus von 126 Prozent geführt hat.
Während für den jüngsten Tagesgewinn keine unmittelbaren neuen Unternehmensmeldungen vorlagen, rückt der für das laufende dritte Quartal erwartete Abschluss einer weiteren Portfolio-Bereinigung in den Fokus der Marktteilnehmer.
Portfolio-Optimierung durch gezielte Verkäufe
Ein wesentlicher Pfeiler der aktuellen Strategie ist die Konzentration auf das Kerngeschäft mit optischen Sensoren und Emittenten. In diesem Zusammenhang steht der für das laufende Quartal erwartete Abschluss des Verkaufs der CMOS-Bildsensor-Sparte an das US-Unternehmen indie Semiconductor.
Der Kaufpreis für das in Belgien und Portugal ansässige Geschäft beläuft sich auf insgesamt 40 Millionen Euro. Davon fließen laut Unternehmensangaben 35 Millionen Euro zum Abschlusszeitpunkt als Barmittel, während 5 Millionen Euro über eine zweijährige Verkäufernote finanziert werden.
Rund 20 Millionen Euro aus diesem Erlös sollen gezielt für den Abbau der Verschuldung eingesetzt werden. Bereits am 1. Juli schloss ams-OSRAM zudem den Verkauf seines Geschäfts mit nicht-optischen Sensoren an Infineon ab.
Diese Maßnahmen unterstreichen das Vorhaben von CEO Aldo Kamper, dessen Mandat Ende Juli vorzeitig bis zum Jahr 2031 verlängert wurde, das Unternehmen durch die Veräußerung von Randaktivitäten finanziell zu stabilisieren und technologisch zu fokussieren.
Refinanzierung reduziert Zinslast deutlich
Parallel zur operativen Schärfung des Portfolios hat ams-OSRAM im laufenden Jahr seine Kapitalstruktur massiv umgebaut. Ein zentraler Schritt war Mitte Mai die Platzierung einer vorrangigen Anleihe (Senior Notes) mit einem Volumen von einer Milliarde Euro und einer Laufzeit bis 2032. Das Papier ist mit einem Kupon von 7,25 Prozent ausgestattet und stieß am Markt auf eine sechsfache Überzeichnung.
Durch die Aufnahme dieses Kapitals konnte der Konzern eine ältere, deutlich teurere Anleihe in US-Dollar ablösen, die mit 12,25 Prozent verzinst war. Diese Umschuldung führt zu einer jährlichen Zinsersparnis von rund 40 Millionen Euro.
Ergänzend dazu sicherte sich das Unternehmen finanzielle Flexibilität durch die Verlängerung einer revolvierenden Kreditfazilität über 600 Millionen Euro bis September 2028, die zudem Optionen für eine weitere Verlängerung bis 2030 enthält.
Operative Stabilität im Kerngeschäft
Die finanzielle Neuausrichtung wird durch eine robuste Entwicklung im operativen Halbleiter-Kernportfolio gestützt. Anfang August meldete das Unternehmen für das zweite Quartal einen Umsatz von 805 Millionen Euro, was am oberen Ende der eigenen Prognosespanne lag. Besonders die Stärke im Automobilsektor und eine beginnende Erholung im Industriesegment trieben das Wachstum im Kernbereich um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an.
Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte im zweiten Quartal 17 Prozent. Mit kumulierten Design-Wins im Wert von etwa 2,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr sieht sich das Management für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Für das laufende dritte Quartal peilt ams-OSRAM einen Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro an, wobei die Profitabilität durch den laufenden Umbau und Effizienzsteigerungen weiter gestützt werden soll.
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