Ams Osram Aktie: Mira220-Sensor vor Verkauf

Ams Osram veräußert den CMOS-Sensor Mira220 für 40 Millionen Euro an indie Semiconductor und fokussiert sich stärker auf KI-Photonik und AR-Brillen.

Auf einen Blick:
  • Verkauf des Bildsensor-Geschäfts für 40 Mio. Euro
  • Strategischer Fokus auf KI-Photonik und AR
  • Umsatz im ersten Quartal bei 796 Mio. Euro
  • Aktie seit Jahresbeginn um 164 Prozent gestiegen

Eine Branchendatenbank rückt das Photonik-Portfolio von Ams Osram ins Schaufenster. Was dabei auffällt: Einer der prominentesten Sensoren im Katalog wechselt in Kürze den Besitzer.

Was die Produktmeldung zeigt — und was nicht

GoPhotonics hat am 1. Juni 2026 eine Übersicht von ams-OSRAM-Komponenten veröffentlicht. Genannt werden VCSEL-Laserdioden, der CMOS-Bildsensor Mira220 sowie die Silizium-PIN-Photodiode BPW 34 SR. Die Anwendungsfelder reichen von industrieller Bildverarbeitung über Robotik bis zu medizinischer Bildgebung. Umsatzbeiträge oder Auftragsdaten enthält die Meldung nicht.

Im Mittelpunkt stehen zwei VCSEL-Laserdioden. Die OLI5050V.A1-940-A liefert 4.000 Milliwatt optische Leistung bei 940 Nanometern. Die kleinere OLI2020V.A1-850-A kommt auf 500 Milliwatt bei 850 Nanometern. Beide Produkte zielt Ams Osram auf Zugangskontrolle, mobile Geräte und medizinische Bildgebung.

Mira220: technisch präsent, strategisch auf dem Absprung

Der Mira220 ist ein 2,2-Megapixel-Global-Shutter-Sensor mit BSI-Technologie und bis zu 90 Bildern pro Sekunde. Technisch solide. Strategisch aber bereits abgeschrieben.

Ams Osram hat im Mai 2026 den Verkauf des CMOS-Bildsensorgeschäfts an indie Semiconductor vereinbart. Der Kaufpreis liegt bei 40 Millionen Euro — 35 Millionen in bar, 5 Millionen als Verkäuferforderung. indie Semiconductor erwartet den Abschluss im dritten Quartal 2026, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

Der Konzern begründet den Schritt klar: Investitionen sollen stärker auf AI Photonics und AR-Smart-Glasses fließen. Der Mira220 passt nicht mehr in diesen Kern.

Zahlen und Kurs im Kontext

Operativ läuft die Transformation. Im ersten Quartal 2026 erzielte Ams Osram einen Umsatz von 796 Millionen Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge von 16,5 Prozent. Das Halbleiter-Kernportfolio wuchs währungsbereinigt um 9 Prozent. Für das zweite Quartal stellt das Unternehmen Erlöse zwischen 725 und 825 Millionen Euro in Aussicht.

Hinzu kommt eine Entwicklungsvereinbarung mit einem AI-Rechenzentrum-Infrastrukturpartner für optische Interconnects — ein konkreter Schritt in Richtung Digital Photonics.

Die Aktie spiegelt die Erwartungen wider. Seit Jahresanfang hat sie rund 164 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 26,10 Euro notiert der Kurs aktuell gut 14 Prozent entfernt.

Die Branchenmeldung zeigt, wie breit Ams Osram in Photonik, VCSEL und optischer Detektion aufgestellt ist. Der strategische Fokus aber verengt sich bewusst — weg von Bildsensoren, hin zu AI Photonics und AR. Ob diese Wette aufgeht, entscheidet sich mit den nächsten Design-Win-Meldungen und dem Fortschritt der AR-Smart-Glasses-Partnerschaften.

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