Ams Osram räumt auf — und zwar gleich auf mehreren Ebenen. Zur Hauptversammlung am 10. Juni soll ein bedingtes Kapital von rund 8,4 Millionen Euro ersatzlos gestrichen werden. Für Aktionäre bedeutet das: Eine potenzielle Verwässerungsquelle aus der Ära der Wandelanleihen verschwindet endgültig.
Die zugrunde liegende Ermächtigung war mit der Tilgung der letzten Wandelschuldverschreibungen im März 2025 ohnehin ausgelaufen. Die HV-Abstimmung besiegelt nun den formalen Schlusspunkt. Neben der Kapitalherabsetzung stehen Neubesetzungen im Aufsichtsrat auf der Tagesordnung — eine Dividende hingegen nicht, da der Jahresabschluss 2025 kein Bilanzergebnis ausweist.
KI-Rechenzentren als neues Kerngeschäft
Parallel präsentierte das Management am Mittwoch seine Wachstumsstrategie rund um sogenannte Mikro-Emitter-Arrays. Die Technologie soll optische Verbindungen innerhalb von KI-Rechenzentren effizienter machen — Abnehmer wären Hyperscaler. Eine Entwicklungsvereinbarung mit einem noch nicht genannten Industriepartner besteht bereits.
Einen Massenmarkt-Rollout setzt das Unternehmen frühestens nach 2030 an. Bis dahin soll die Technologie vor allem als Werttreiber im Portfolio positioniert werden — ein langer Vorlauf, der Geduld erfordert.
AR-Brillen und der Weg zum Free Cashflow
Das zweite strategische Standbein sind AR-Smartbrillen. Ams Osram liefert bereits Komponenten für aktuelle Modelle und beziffert den potenziellen Inhaltswert pro Gerät auf 50 bis 100 Euro. Das Ziel: Schlüssellieferant für die nächste Generation KI-gestützter Brillen zu werden.
Die operative Basis dafür ist solide. Im ersten Quartal 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von 796 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 16,5 Prozent — am oberen Ende der eigenen Prognose. Das Kernportfolio wuchs währungsbereinigt um 9 Prozent.
Den Weg zum positiven Free Cashflow ab 2027 will das Management über zwei Hebel absichern: die bereits platzierte Milliardenanleihe aus dem Mai sowie den geplanten Verkauf des Geschäftsbereichs für nicht-optische Sensoren zur Jahresmitte. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 167 Prozent zugelegt, notiert mit 22,70 Euro aber rund 15 Prozent unter dem Anfang der Woche markierten 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro.
ams-OSRAM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ams-OSRAM-Analyse vom 03. Juni liefert die Antwort:
Die neusten ams-OSRAM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ams-OSRAM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 03. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
