ams-OSRAM treibt die technologische Neuausrichtung des Konzerns mit Fortschritten im Bereich der optoelektronischen Lösungen voran. Das Unternehmen meldete die erreichte Produktionsreife für microLED-Array-Lichtsysteme, die speziell für die Integration in AR-Smart-Brillen der nächsten Generation konzipiert wurden. Dieser Meilenstein gilt als zentraler Baustein in der Strategie, das Portfolio verstärkt auf zukunftsweisende Photonik-Anwendungen auszurichten.
Portfolio-Umbau und rechtliche Absicherung
Parallel zur technischen Entwicklung schützt der Konzern seine Marktposition verstärkt auf juristischer Ebene. In Deutschland wurden zwei Patentverletzungsklagen gegen einen Elektronik-Distributor eingereicht.
Gegenstand der Verfahren ist der Vertrieb von Automotive-LED-Produkten des Herstellers Refond Optoelectronics. Mit diesem Schritt demonstriert das Management die Entschlossenheit, die eigenen gewerblichen Schutzrechte gegen Wettbewerber im Bereich der Lichttechnologien zu verteidigen.
Der organisatorische Umbau des Unternehmens nahm bereits zum 1. Juli mit der Gründung dedizierter Digital-Photonics-Geschäftsbereiche konkrete Formen an. Zeitgleich schloss ams-OSRAM den Verkauf seines Geschäfts mit nicht-optischen Sensoren an Infineon ab. Ein weiterer Desinvestitionsschritt steht mit dem Verkauf des CMOS-Image-Sensor-Geschäfts in Belgien bevor.
Indie Semiconductor erwirbt diesen Bereich für einen Gesamtwert von 40 Millionen Euro, wobei 35 Millionen Euro bei Abschluss in bar fließen und der Rest über ein Verkäuferdarlehen finanziert wird. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.
Analysten bewerten Zukunftspotenzial positiv
Die strategischen Fortschritte stießen bei Experten auf positive Resonanz. Analysten von Jefferies hoben am 4. August die Potenziale im neuen Bereich Digital Photonics hervor. Den Lichttechnologien für Smart-Brillen und Anwendungen in KI-Rechenzentren trauen die Experten künftig ein Geschäftsvolumen in Milliardenhöhe zu.
Auch die UBS bezeichnete das vor rund zwei Wochen präsentierte Zahlenwerk für das zweite Quartal am selben Tag als solide und erwartet für das Gesamtjahr steigende Gewinnschätzungen.
In jenem zweiten Quartal erzielte ams-OSRAM einen Umsatz von 805 Millionen Euro, was einem Anstieg gegenüber den 775 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums entspricht. Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 16,9 Prozent jedoch unter dem Vorjahreswert von 18,8 Prozent.
Für das laufende dritte Quartal gab das Unternehmen eine Guidance ab, die einen Umsatz zwischen 770 Millionen und 870 Millionen Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 14,5 bis 17,5 Prozent vorsieht. Trotz der laufenden Verkäufe von Randbereichen bestätigte die Gesellschaft ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026.
Marktreaktion und Ausblick
An der Börse spiegelt sich die dynamische Entwicklung des Unternehmens in einer hohen Volatilität wider. Die Aktie notiert aktuell bei 18,65 Euro. Damit weist das Papier seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 122 Prozent auf, womit der Wert zu den starken Performern im Sektor gehört.
Dennoch verbleibt ein erheblicher Abstand zum bisherigen Jahres-Chartverlauf: Das Papier notiert derzeit rund 30 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 26,70 Euro, das am 26. Mai markiert wurde.
Medienberichten zufolge plant der Konzern zudem ein öffentliches Rückkaufangebot für Wandelanleihen mit Fälligkeit 2027 sowie Senior Notes für 2029 in einem Volumen von 120 bis 150 Millionen Euro. Diese Kapitalmaßnahme soll innerhalb von 120 Tagen nach dem Abschluss des Infineon-Geschäfts eingeleitet werden und dient der Optimierung der Bilanzstruktur während der laufenden Transformation.
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