ams OSRAM setzt beim Umbau einen weiteren Haken: Der Konzern hat sein Geschäft mit Entertainment- und Industrielampen (ENI) an den japanischen Spezialisten Ushio verkauft. Entscheidend ist dabei weniger das Portfolio – sondern die Entschuldung. Wie stark bringt der Deal das Unternehmen dem Ziel einer Verschuldungsquote von unter 2 näher?
Verkauf an Ushio: 114 Millionen Euro und 500 Jobs wechseln
Der Abschluss kam am 2. März: Ushio übernimmt das ENI-Geschäft zu einem bestätigten Transaktionswert von 114 Millionen Euro (Cash-and-Debt-Free). Mit dem Deal gehen Produktionsstätten in Berlin, rund 500 Mitarbeitende sowie F&E-Kapazitäten inklusive geistigem Eigentum an den Käufer über.
Organisatorisch läuft das über eine neu gegründete Gesellschaft: Ushio erwirbt die OSRAM ENI GmbH, die künftig als USHIO INE GmbH firmiert. Das veräußerte Geschäft galt als profitabel und setzte 2024 rund 170 Millionen Euro um.
Entschuldung und „Simplify“: Fokus auf die Finanzseite
Der ENI-Verkauf ist Teil des beschleunigten Entschuldungsplans, den ams OSRAM Ende April 2025 angekündigt hatte. Das Ziel: eine Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA von unter 2.
Zuvor hatte bereits ein größerer Schritt die Bilanz entlastet: der Verkauf des nicht-optischen Analog/Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro in bar. Laut Unternehmen sank dadurch die Pro-forma-Verschuldungsquote auf 2,5.
Parallel arbeitet der Konzern an der Kostenseite. Das Programm „Simplify“ soll bis 2028 zusätzliche jährliche Einsparungen von 200 Millionen Euro bringen – verbunden mit dem Abbau von rund 2.000 Stellen weltweit. In Regensburg sind durch die Verlagerung reifer Produktlinien nach Asien zudem dreistellige Arbeitsplatz-Zahlen betroffen.
ams-OSRAM AG Aktie Chart
Am Markt spiegelt sich der Druck in der Kurslage wider: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 8,78 Euro, in sieben Tagen summiert sich das Minus auf 6,10%. Auffällig ist auch der sehr niedrige RSI von 16,4, der die zuletzt starke Abwärtsdynamik unterstreicht.
Zahlen und Ausblick: 2026 als Übergangsjahr
Operativ zeigt sich zumindest beim Ergebnis eine Verbesserung: Der auf Aktionäre entfallende Nettoverlust reduzierte sich 2025 auf 130 Millionen Euro (Vorjahr: 786 Millionen Euro), bei 3,3 Milliarden Euro Umsatz.
Für 2026 bremst das Management allerdings die Erwartungen und spricht von einem Übergangsjahr. Als Belastungen nennt der Konzern laufende Desinvestitionen, Währungseffekte und steigende Edelmetallpreise. Für das erste Quartal 2026 stellt ams OSRAM rund 760 Millionen Euro Umsatz in Aussicht.
Der nächste wichtige Termin ist bereits gesetzt: Am 20. März 2026 will das Unternehmen den Quartalsbericht vorlegen – und damit konkreter zeigen, wie die laufenden Verkäufe und das Sparprogramm finanziell durchschlagen.
ams-OSRAM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ams-OSRAM-Analyse vom 11. März liefert die Antwort:
Die neusten ams-OSRAM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ams-OSRAM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
