Ams Osram trotzt dem allgemeinen Abwärtstrend im Halbleitersektor. Während Schwergewichte wie Infineon an Boden verlieren, treibt eine neue Technologie-Fantasie den Kurs nach oben. Parallel dazu sorgt ein erfolgreicher Spartenverkauf für dringend benötigte Liquidität.
Die Aktie kletterte am Donnerstag um 9,64 Prozent auf 19,90 Euro. Zeitweise erreichten die Zuwächse an den Handelsplätzen sogar 18 Prozent. Branchenkollegen wie Aixtron litten derweil unter Berichten über neue Cloud-Pläne von Meta Platforms. Diese schürten im Markt die Angst vor Überkapazitäten bei Rechenzentren.
Marktexperten von Trendforce schreiben der MicroLED-Technologie hingegen erhebliches Potenzial für genau diese Infrastrukturen zu. Diese Aussicht lockte am Donnerstag vermehrt Käufer an. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier damit ein Plus von 134 Prozent.
Neustart mit frischem Kapital
Zum 1. Juli schloss der Konzern den Verkauf seines analogen Sensorportfolios ab. Die Transaktion mit Infineon spült 570 Millionen Euro in bar in die Kasse. Das Management will diesen Erlös vorrangig zum Abbau der Verschuldung nutzen.
Rund 230 Mitarbeiter an Standorten wie Valencia oder Rapperswil wechseln nun den Arbeitgeber. Ams Osram schärft damit sein Profil und konzentriert sich künftig auf die optische Sensorik. Lediglich das Monitoring optischer Vitaldaten verbleibt als Spezialbereich im Unternehmen.
Kursmarken im Blick
Das Papier notiert aktuell deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 12,14 Euro. Der RSI von 51,1 signalisiert derweil eine neutrale Marktlage ohne unmittelbare Überhitzung.
Der Kurs nähert sich nun der psychologisch wichtigen Marke von 20,00 Euro. Gelingt der nachhaltige Sprung darüber, rückt das bisherige Jahreshoch bei 26,70 Euro wieder näher. Die kommenden Wochen entscheiden nun über die operative Umsetzung der neuen Strategie.
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