Der Verkauf ist durch, das Geld fließt. Ams Osram hat sein Analog-Sensorgeschäft für 570 Millionen Euro an Infineon übertragen. Das Management will damit die Bilanz sanieren. Die Ratingagentur Fitch zweifelt allerdings am Erfolg dieser Strategie.
Diskrepanz bei der Schuldenlast
Ams Osram peilt nach dem Deal eine Verschuldung vom 2,5-fachen des operativen Ergebnisses (EBITDA) an. Fitch kalkuliert jedoch anders. Die Experten erwarten für Ende 2025 eine Quote vom 6,3-fachen.
Der Grund liegt in unterschiedlichen Bewertungsmethoden. Fitch rechnet konservativer als der Konzern selbst. Diese Lücke beschäftigt den Markt trotz des heutigen Kursplus von drei Prozent auf 20,60 Euro.
Strategische Neuausrichtung
Die Bilanz leidet unter hohen Transformationskosten. Im ersten Quartal verbuchte Ams Osram einen bereinigten Nettoverlust von 72 Millionen Euro. Inklusive aller Sondereffekte stieg das Minus auf rund 154 Millionen Euro.
CEO Aldo Kamper setzt nun auf die digitale Photonik. Das Ziel steht fest: Bis 2027 will das Unternehmen einen positiven freien Cashflow erwirtschaften. Anwendungsgebiete wie Künstliche Intelligenz und Augmented Reality sollen das Wachstum treiben.
Anleger erlebten zuletzt eine Achterbahnfahrt. Die Aktie schwankt extrem, die jährliche Volatilität liegt bei fast 96 Prozent. Indes ist die Performance seit Jahresbeginn mit einem Plus von 142 Prozent bemerkenswert.
Im August veröffentlicht Ams Osram die Zahlen für das zweite Quartal. Dieser Termin liefert konkrete Daten zum Fortschritt beim Schuldenabbau. Ein zentraler Punkt bleibt, ob die Barzahlung von Infineon die Zinslast spürbar senkt.
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