Der Halbleiter- und Lichtkonzern ams-OSRAM setzt seine strategische Neuausrichtung mit Nachdruck fort. Durch den schrittweisen Verkauf von Randaktivitäten konzentriert sich das Unternehmen zunehmend auf das photonische Kerngeschäft und optische Halbleiter.
An den Finanzmärkten steht dabei vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Neuausrichtung auf die künftige Profitabilität auswirkt. Am heutigen Handelstag legt die Aktie um 2,9 Prozent auf 17,45 Euro zu.
Desinvestitionen schaffen Klarheit im Portfolio
Im Zentrum der Transformation steht die Bereinigung des Portfolios um Aktivitäten außerhalb des photonischen Kernbereichs. Bereits zum 1. Juli 2026 schloss der Konzern die Veräußerung seines Non-Optical-Sensor-Geschäfts an Infineon erfolgreich ab.
Ein weiterer Schritt steht unmittelbar bevor: Für den Verkauf des CMOS-Bildsensor-Geschäfts an Indie Semiconductors, der Anfang Mai 2026 vereinbart wurde, peilt das Unternehmen den Abschluss im laufenden dritten Quartal 2026 an.
Flankiert wird dieser Prozess durch den Rückzug aus industriellen Randbereichen. Vor gut einer Woche vereinbarte ams-OSRAM den Verkauf der Vermögenswerte des bayerischen Produktionsbetriebs für Wolfram und Molybdän in Schwabmünchen an The Elmet Group.
Dieser Übergang soll im ersten Quartal 2027 nach Erhalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen vollzogen werden. Durch diese Schritte strafft das Unternehmen seine Fertigungsstrukturen und verringert die Komplexität im Konzern.
Fokus auf Digital Photonics und Kernhalbleiter
Die frei werdenden Ressourcen fließen gezielt in zukunftsträchtige Wachstumsfelder. Seit dem 1. Juli 2026 führt das Unternehmen eigene Digital-Photonics-Geschäftsbereiche, um optische Technologien enger an Marktbedürfnissen auszurichten. Neben dem Ausbau des Portfolios für Anwendungen der künstlichen Intelligenz verzeichnete ams-OSRAM operative Fortschritte bei microLED-Arrays, die für den Einsatz in Augmented-Reality-Brillen vorgesehen sind.
Gleichzeitig bleibt das Geschäft mit Automobil- und Industriebeleuchtung ein wichtiger Pfeiler. Auf der Fachmesse Automechanika Frankfurt präsentierte das Unternehmen neue Nachrüstlösungen für Fahrzeugscheinwerfer, darunter die Modelle NIGHT BREAKER LED SPEED H1 und VINTAGE H1 sowie Wischblätter der Serie BETTER SIGHT.
Solide operative Basis aus dem ersten Halbjahr
Die operative Entwicklung stützt den eingeleiteten Konzernumbau. Im zweiten Quartal 2026 steigerte ams-OSRAM den Konzernumsatz im Jahresvergleich um 3,9 Prozent auf 805 Millionen Euro, wobei die Erlöse im Kernhalbleiterbereich um 13 Prozent zulegten.
Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 16,9 Prozent über den durchschnittlichen Markterwartungen von 15,5 Prozent. Die Akquise neuer Aufträge lief stabil: Nach Design-Wins von 1,6 Milliarden Euro im zweiten Quartal summierte sich das Volumen im gesamten ersten Halbjahr auf 2,5 Milliarden Euro.
Für das laufende dritte Quartal 2026 stellt das Management einen Umsatz in der Bandbreite von 770 bis 870 Millionen Euro in Aussicht. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei 16,0 Prozent liegen, mit einer Schwankungsbreite von 1,5 Prozentpunkten nach oben oder unten.
Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn der Aktie auf 107 Prozent. Ob sich diese Dynamik fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, ob die anvisierten Margenziele im Kerngeschäft nach dem Abschluss der anstehenden Desinvestitionen gehalten werden.
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