Der Halbleiterkonzern Ams Osram hat im zweiten Quartal 2026 die eigenen Erwartungen erfüllt und treibt den Konzernumbau sowie die finanzielle Restrukturierung voran. Trotz eines unbereinigten Nettoverlusts am oberen Ende der Prognosespanne setzt das Unternehmen auf technologische Meilensteine in den Bereichen künstliche Intelligenz und Augmented Reality, während gleichzeitig die Zinslast durch neue Finanzinstrumente deutlich gesenkt wird.
Solide operative Entwicklung im zweiten Quartal
Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte Ams Osram einen Umsatz von 805 Millionen Euro. Damit erreichte das Unternehmen das obere Ende der eigenen Prognosespanne. Die bereinigte EBITDA-Marge lag im selben Zeitraum bei 16,9 Prozent. Trotz dieser operativen Stabilität wies der Konzern einen unbereinigten Nettoverlust von 122 Millionen Euro aus. Bereinigt belief sich das Minus auf 55 Millionen Euro.
Belastet wurde das Ergebnis maßgeblich durch hohe Nettofinanzierungskosten. Diese resultierten laut Unternehmensangaben primär aus der Bewertung von Call-Prämien für Senior Notes. Die Nettoverschuldung des Konzerns stieg zum Stichtag auf 1,288 Milliarden Euro an, verglichen mit 1,071 Milliarden Euro zu Beginn des Kalenderjahres.
Der Cash-Bestand wurde zuletzt mit 994 Millionen Euro angegeben. Für das dritte Quartal 2026 stellt das Management einen Umsatz zwischen 770 Millionen Euro und 870 Millionen Euro in Aussicht, während für das Geschäftsjahr 2027 ein positiver Free Cashflow angestrebt wird.
Strategische Neuausrichtung und Zinsoptimierung
Parallel zur operativen Entwicklung treibt Ams Osram seine Strategie „Digital Photonics“ voran. Das Unternehmen meldete technologische Fortschritte bei microLED-Arrays, die speziell für den Einsatz in Augmented-Reality-Brillen konzipiert sind. Zudem wurde die Entwicklung von Micro-Photodioden-Arrays gestartet, die in KI-Rechenzentren Verwendung finden sollen.
Zur Optimierung der Bilanzstruktur platzierte der Konzern erfolgreich neue vorrangige Anleihen im Volumen von einer Milliarde Euro zu einem Zinssatz von 7,25 Prozent. Durch diese Maßnahme sollen die jährlichen Zinsaufwendungen um rund 40 Millionen Euro sinken.
Flankiert wird die Neuausrichtung durch Deinvestitionen in Randbereichen: Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an die Infineon Technologies AG wurde zum 1. Juli abgeschlossen. Zudem verwies das Unternehmen auf die im Mai unterzeichnete Vereinbarung zum Verkauf des CMOS-Bildsensorgeschäfts an Indie Semiconductors.
Marktreaktion und Analysten-Einstufung
An der Börse zeigten sich Anleger am heutigen Mittwoch zuversichtlich. Die Aktie von Ams Osram notiert aktuell bei 21,40 Euro, was einem deutlichen Plus von 7,3 % entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs des Papiers damit auf 154 %.
Medienberichten zufolge war die Stimmung im vorbörslichen Handel zunächst noch von schwachen Vorgaben der US-Technologiebörsen getrübt worden, bevor sich der Titel im regulären Handel deutlich absetzen konnte.
Auch von Analystenseite gab es zuletzt Anpassungen. Medienberichten zufolge stieg der Konsens für das durchschnittliche Kursziel am Freitag um 6,5 Prozent auf 17,08 CHF. Die Experten taxieren den erwarteten Jahresumsatz für 2026 derzeit auf rund 3,24 Milliarden Euro.
Während das operative Geschäft am oberen Ende der Erwartungen liegt, bleibt das Marktumfeld für einzelne Segmente volatil. So verzeichnete das Short Interest für die in den USA gehandelten ADRs im Juli einen massiven Anstieg, was auf anhaltende Spekulationen am Markt hindeutet.
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