Der nordamerikanische Baustofflieferant Amrize hat heute Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, die am Markt für Ernüchterung sorgten. Trotz eines zweistelligen Gewinnwachstums verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten und korrigierte seine Ziele für das Gesamtjahr nach unten. Die Reaktion der Experten folgte prompt mit einer deutlichen Herabstufung der Aktie.
Gewinnplus reicht nicht für Markterwartungen
In den drei Monaten bis Ende Juni steigerte Amrize den Nettogewinn um 14,4 Prozent auf 476 Millionen US-Dollar. Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 8,6 Prozent auf 3,49 Milliarden US-Dollar. Dennoch blieb das Ergebnis je Aktie (EPS) mit 0,88 US-Dollar hinter dem Marktkonsens zurück, der im Vorfeld bei 0,92 US-Dollar gelegen hatte. Das organische Wachstum des Unternehmens wurde mit 6,7 Prozent angegeben.
Innerhalb der Segmente zeigte sich ein gemischtes Bild. Der Bereich Building Materials erwirtschaftete einen Umsatz von 2,445 Milliarden US-Dollar. Während das Zementvolumen um 5,0 Prozent zunahm, sank der Preis in dieser Sparte währungsbereinigt leicht um 0,2 Prozent.
Deutlich robuster entwickelten sich die Zuschlagstoffe (Aggregates), bei denen sowohl die Volumina um 6,5 Prozent als auch die Preise um 4,0 Prozent gesteigert werden konnten. Das bereinigte EBITDA des Konzerns verbesserte sich insgesamt um 5,8 Prozent.
Analysten senken nach Prognosekürzung den Daumen
Massive Kritik erntete der Konzern für seine gesenkte Jahresprognose. Für das Geschäftsjahr 2026 stellt das Management nun einen Umsatz zwischen 12,5 und 12,7 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Das EBITDA soll sich in einer Spanne von 3,1 bis 3,2 Milliarden US-Dollar bewegen. Analysten von RBC Capital reagierten am heutigen Montag mit einer Herabstufung von „Sector Perform“ auf „Underperform“.
Das Bankhaus senkte zudem das Kursziel drastisch von 60 auf 48 US-Dollar. Die Experten begründeten diesen Schritt mit der Verfehlung der Quartalsziele und dem reduzierten Ausblick. Besonders kritisch wurde angemerkt, dass zwar die Absatzvolumina steigen, die Gewinne jedoch aufgrund des Kostendrucks sinken würden. Medienberichten zufolge wird die aktuelle Geschäftsentwicklung am Markt daher kritischer bewertet als noch zum Jahresanfang.
Sparprogramm und Dividende im Fokus
Um der Kostenentwicklung entgegenzuwirken, setzt Amrize auf das Effizienzprogramm ASPIRE. Dieses soll im laufenden Jahr Einsparungen in Höhe von 80 Millionen US-Dollar generieren. Parallel dazu wurden für Investitionen (Capex) im zweiten Quartal 241 Millionen US-Dollar aufgewendet.
Trotz der operativen Herausforderungen hält das Unternehmen an seiner Ausschüttungspolitik fest. Eine Quartalsdividende von 0,11 US-Dollar je Aktie soll am 26. August an die Anteilseigner ausgezahlt werden.
Im laufenden Handel notiert die Aktie bei 41,15 Euro, was einem moderaten Plus von 1,96 Prozent entspricht. Damit kann sich das Papier zwar am Montag stabilisieren, verbleibt jedoch mit einem Abstand von nur 2,85 Prozent nahe am 52-Wochen-Tief. Investoren dürften in den kommenden Wochen genau beobachten, ob die geplanten Einsparungen ausreichen, um die von Analysten bemängelten Margenschwächen nachhaltig aufzufangen.
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