Umsatz und Nettogewinn wachsen, doch ein Segment bremst: Bei Amrize schrumpft die Profitabilität im Dachgeschäft deutlich, und der Ausblick für 2026 fällt vorsichtiger aus. An der Schweizer Börse stand die Aktie zum Handelsstart unter Druck, während der Gesamtmarkt auf ein Rekordhoch kletterte.
Zwei Segmente, zwei Geschichten
Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um 2,2 Prozent auf 3,771 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte um 3,3 Prozent auf 558 Millionen Dollar zu. Das bereinigte EBITDA verharrte mit 1,076 Milliarden Dollar praktisch auf Vorjahresniveau, die Marge sank um 60 Basispunkte auf 28,5 Prozent.
Die Baustoffsparte lieferte. Höhere Preise für Zement und Zuschlagstoffe hoben die Marge um 30 Basispunkte auf 33,0 Prozent, obwohl Wetterkapriolen die Absatzmengen drückten. Der Zementabsatz fiel um 4,2 Prozent.
Anders das Geschäft mit Gebäudehüllen. Der Umsatz wuchs um 3,6 Prozent, das Segment-EBITDA sackte jedoch um 14,6 Prozent auf 182 Millionen Dollar. Höhere Fracht- und Rohstoffkosten fraßen die Preiserhöhungen auf. Zusätzlich belasteten fehlende Stürme und schwache Verkäufe bestehender Immobilien den Dachersatz bei Schindeln.
Prognose angepasst, Rückkauf beendet
Das Management aktualisierte die Jahresziele. Es erwartet nun einen Umsatz von 12,2 bis 12,4 Milliarden Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 2,95 bis 3,05 Milliarden Dollar. Als Gründe nennt es anhaltende Kosteninflation und hohe Zinsen. Im Dachgeschäft soll sich das Verhältnis von Preisen zu Kosten erst 2027 ins Plus drehen.
Positiv fällt die Kapitalrückgabe aus. Das Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Dollar ist seit dem 28. Oktober abgeschlossen und umfasste rund vier Prozent des Aktienkapitals. Für das dritte Quartal steht eine Dividende von 0,11 Dollar je Aktie an. Sie wird am 18. November gezahlt, der Handel ex Dividende beginnt am 10. November.
Cashflow bleibt Baustelle
Schwächer präsentiert sich der Mittelfluss. Der freie Cashflow lag in den ersten neun Monaten bei minus 551 Millionen Dollar, nach minus 186 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen verweist auf die Saisonalität: Der Großteil der Mittel fließe traditionell im zweiten Halbjahr. Die Nettoverschuldung beträgt 5,5 Milliarden Dollar, das entspricht dem 1,8-Fachen des bereinigten EBITDA.
Rückenwind erwartet Konzernchef Jan Jenisch langfristig von Rechenzentren, Energieprojekten und Infrastruktur. Kurzfristig dürfte der Blick auf das vierte Quartal gehen, in dem die Baustoffsparte preisbereinigt wieder im Plus liegen soll und sich die Kostenlage im Dachgeschäft schrittweise verbessern soll.
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