Amphenol hat im dritten Quartal die Zehn-Milliarden-Dollar-Marke geknackt und kauft parallel im Rüstungsgeschäft zu. Zahlen und Übernahme zeigen, wie konsequent der Steckverbinder-Spezialist seine Position im KI- und Elektrifizierungsboom ausbaut.
Rekordquartal mit Zukauf-Effekt
Der Umsatz sprang um 65 Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar. Erwartet hatte der Markt lediglich 9,46 Milliarden Dollar. Erstmals in der Firmengeschichte erlöste Amphenol damit mehr als zehn Milliarden Dollar in einem Quartal.
Ein großer Teil des Wachstums stammt aus Akquisitionen. Aus eigener Kraft legte der Konzern immer noch um 37 Prozent zu, ein bemerkenswert hoher Wert für ein Unternehmen dieser Größe. Die Übernahme von CommScope für 10,5 Milliarden Dollar, zu Jahresbeginn abgeschlossen, wird inzwischen konsolidiert.
Die Profitabilität litt nicht unter dem Tempo. Die bereinigte operative Marge stieg um 270 Basispunkte auf 29,7 Prozent. Beim bereinigten Gewinn je Aktie standen 0,80 Dollar zu Buche, Analysten hatten mit 0,72 Dollar gerechnet.
Prognose deutlich angehoben
Für das Gesamtjahr peilt das Management Erlöse zwischen 36,9 und 37,1 Milliarden Dollar an. Die Schätzungen lagen bei 35,6 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 2,82 bis 2,84 Dollar erreichen, erwartet worden waren 2,69 Dollar.
Rückenwind liefert vor allem der KI-Trend, der die Nachfrage nach Verbindungstechnik in Rechenzentren antreibt. Der Markt reagierte entsprechend, die Aktie zog nach den Zahlen an.
AdvancedPCB: Einstieg bei Leiterplatten für die Rüstung
Parallel dazu kündigte der Finanzinvestor Industrial Growth Partners den Verkauf von AdvancedPCB an Amphenol an. Eine verbindliche Vereinbarung liegt vor. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen in den USA und üblicher Abschlussbedingungen. Einen Kaufpreis nannten die Beteiligten nicht.
AdvancedPCB mit Sitz in Aurora, Colorado, fertigt hochzuverlässige Leiterplatten für Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Industrie. Das Unternehmen betreibt sechs Standorte in den USA. Es gilt als führender unabhängiger Anbieter in Nordamerika.
Mit dem Zukauf erweitert Amphenol sein Portfolio um ein Segment mit wachsender Nachfrage von Rüstungskonzernen und jungen Defense-Tech-Firmen. Ob und wann die Genehmigungen vorliegen, ist offen. Fest steht: Nach dem Rekordquartal hat Amphenol die Mittel, seine Zukaufstrategie fortzusetzen.
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