Amgen hat es geschafft, den eigenen Ausblick binnen weniger Monate zum zweiten Mal in Folge zu erhöhen — und der Markt honoriert das mit einem Kurssprung, der die Aktie am Mittwoch an die Spitze des Dow Jones katapultierte. Kein Wunder, dass Anleger nach starken Quartalszahlen und einer erneut angehobenen Jahresprognose zugreifen.
Prognose zum zweiten Mal nach oben korrigiert
Der Biotechkonzern erwartet für das laufende Jahr jetzt einen Umsatz zwischen 38,2 und 39,4 Milliarden Dollar. Zuvor hatte das Management eine Spanne von 37,1 bis 38,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Am oberen Ende würde das einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen.
Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie wurde Amgen optimistischer und peilt nun 22,30 bis 23,50 Dollar an, nach 21,84 Dollar im Jahr 2025. Analysten hatten mit einer Anhebung gerechnet — die Reaktion der Aktie zeigt trotzdem, wie sehr der Markt auf Bestätigung gewartet hat.
Im zweiten Quartal übertraf Amgen die Erwartungen deutlich. Der Konzernumsatz stieg um zehn Prozent auf etwas mehr als 10 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn zog um fünf Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar an, umgerechnet 6,29 Dollar je Aktie.
Repatha und Evenity treiben, Prolia bremst
Getragen wurde das Wachstum von mehreren Kassenschlagern. Der Cholesterinsenker Repatha und das Osteoporose-Medikament Evenity legten kräftig zu und glichen Rückgänge bei älteren Präparaten mehr als aus. Das Osteoporose-Mittel Prolia steht dagegen zunehmend unter Konkurrenzdruck und verlor an Boden.
An der Börse sorgte die Nachricht für einen der stärksten Tagesgewinne im Dow Jones. Die Aktie zog im frühen US-Handel um 5,5 Prozent auf 411,41 Dollar an und markierte damit ein neues Rekordhoch von knapp 415 Dollar. Im weiteren Handelsverlauf ließ der Schwung etwas nach, blieb mit einem Plus im hohen einstelligen Prozentbereich aber deutlich über dem breiten Marktdurchschnitt — während Nasdaq und S&P 500 an diesem Tag kaum vom Fleck kamen, gehörte Amgen neben Nvidia zu den auffälligsten Gewinnern im Leitindex.
Die zweite Anhebung der Jahresprognose binnen kurzer Zeit unterstreicht, dass das Wachstum bei Repatha und Evenity kein Einmaleffekt ist. Ob sich das Tempo im weiteren Jahresverlauf halten lässt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Prolia weiter Marktanteile verliert.
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