American Express Aktie: Zahlen top, Kurs im Minus

American Express übertrifft Erwartungen mit Umsatz- und Gewinnwachstum, dennoch verzeichnet die Aktie vorbörsliche Verluste. Der Konzernchef hebt die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.

Auf einen Blick:
  • Umsatzplus von zehn Prozent im Quartal
  • Gewinn übertrifft Analystenschätzungen
  • Kreditausfälle niedriger als im Vorjahr
  • Aktie trotz guter Zahlen im Minus

Bessere Geschäftszahlen, schlechtere Kursreaktion — bei American Express passt das eine nicht zum anderen. Konzernchef Stephen Squeri hebt die Umsatzprognose an, doch die Aktie rutschte im vorbörslichen US-Handel um rund 2,5 bis 3 Prozent ab. Ein Widerspruch, der aufhorchen lässt.

Zahlen übertreffen Erwartungen

Im zweiten Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar zu. Der Überschuss stieg um acht Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar und lag damit über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Die Kartenausgaben der Kunden wuchsen laut Squeri um neun Prozent.

Für faule Kredite legte American Express 1,1 Milliarden Dollar zurück — weniger als im Vorjahreszeitraum. Das deutet auf eine solide Kreditqualität im Kundenstamm hin, den der Konzern bewusst auf zahlungskräftige Klientel ausrichtet. Anders als Visa und Mastercard, die reine Zahlungsabwickler sind, vergibt American Express selbst Kredite und trägt damit auch das entsprechende Ausfallrisiko.

Prognose zeigt nach oben

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Squeri nun mit einem Umsatzplus von zehn Prozent — das obere Ende der bisherigen Zielspanne von neun bis zehn Prozent. Die Gewinnprognose bleibt unverändert bei 17,30 bis 17,90 US-Dollar je Aktie.

Dass eine angehobene Umsatzprognose und über den Erwartungen liegende Quartalszahlen dennoch zu Kursverlusten führen, wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Möglich ist, dass der Markt im Vorfeld noch höhere Werte eingepreist hatte oder Details zur Kostenentwicklung und Kreditrisikovorsorge Anleger vorsichtiger stimmten. Das Geschäftsmodell mit gebührenpflichtigen Premiumkarten, Reisevergünstigungen und Lounge-Zugang bleibt davon unberührt — die Kundenausgaben wachsen weiter, und die Konzernführung sieht sich für das Gesamtjahr auf Kurs.

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