Steigende Kerosinpreise durchkreuzen die Erholungspläne von American Airlines. Der US-Carrier kappte am Donnerstag zum wiederholten Mal seine Gewinnprognose für 2026 – die Aktie brach im frühen Handel um rund acht Prozent ein. Für ein Unternehmen, das im laufenden Jahr eigentlich den Abstand zu den profitableren Rivalen Delta und United verringern wollte, ist das ein herber Rückschlag.
Dritte Prognosesenkung binnen eines Jahres
American rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem bereinigten Ergebnis zwischen einem Verlust von 65 Cent und einem Gewinn von 65 Cent je Aktie. Im April hatte die Fluggesellschaft noch eine Spanne von minus 40 Cent bis plus 1,10 Dollar in Aussicht gestellt – zu Jahresbeginn war sogar ein Gewinn zwischen 1,70 und 2,70 Dollar je Aktie geplant. Höhere Treibstoffkosten fressen damit zum dritten Mal in Folge einen Teil der Erwartungen auf, obwohl höhere Ticketpreise eigentlich gegensteuern sollten.
Für das laufende Quartal stellt American einen bereinigten Verlust zwischen 70 und 10 Cent je Aktie in Aussicht – deutlich schwächer als die von Analysten erwarteten 28 Cent Gewinn. Beim Umsatz rechnet der Konzern dagegen mit einem Plus von 16 bis 19 Prozent und liegt damit über der Analystenschätzung von 16,6 Prozent.
Gewinn bricht im zweiten Quartal ein
Im zweiten Quartal fiel der Gewinn um 88 Prozent auf 71 Millionen Dollar beziehungsweise 11 Cent je Aktie, verglichen mit 599 Millionen Dollar oder 91 Cent je Aktie im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 16,74 Milliarden Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte verdiente American 15 Cent je Aktie, während die Erlöse je verfügbarer Sitzplatzmeile – ein Gradmesser für die Preismacht der Airline – um 10 Prozent zulegten.
Trotz der schwächeren Zahlen hält American an seiner Expansionsstrategie fest: Die Kapazität soll im laufenden Quartal um bis zu 5 Prozent wachsen. CEO Robert Isom bezeichnete den Fortschritt in einer Mitteilung an die Belegschaft als „real“, auch wenn noch Arbeit vor der Airline liege. Konkrete Schritte dazu sind bereits angekündigt: American plant, in diesem Jahr neue Langstreckenflugzeuge zu bestellen und ältere Maschinen mit mehr Premium-Sitzplätzen auszustatten, um die Margenlücke zu Delta und United zu schließen.
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