Die Aktie von American Airlines hatte eine gute Woche. Vier Handelstage in Folge legte sie zu, befeuert von Berichten, dass United-Chef Scott Kirby in Washington die Idee einer Fusion der beiden Großcarrier herumgereicht hatte. Fusionsfantasie treibt Kurse, das ist bekannt. Nur hat American Airlines am Freitag nach Börsenschluss den Traum eigenhändig beendet.
„American Airlines ist weder an Gesprächen über eine Fusion mit United Airlines beteiligt, noch besteht daran ein Interesse.“, ließ das Unternehmen wissen. Klarer geht es kaum. Die Aktie gab daraufhin rund ein Prozent im Nachbörsenhandel nach, während United-Papiere leicht zulegten. Wer da von wem mehr profitiert hätte, kann sich jeder selbst ausrechnen.
American Airlines Group Inc. Aktie Chart
Kirby, der Rückkehrer mit großen Plänen
Dass ausgerechnet Scott Kirby diese Idee lanciert, hat eine gewisse Ironie. Der United-CEO war einst Präsident bei American Airlines, wurde 2016 hinausgedrängt und landete wenig später als Präsident bei United. Seit 2020 führt er den Konzern als CEO. Nun wollte er offenbar zurückholen, was er einmal verloren hatte, nur diesmal als Käufer.
Kirby hat argumentiert, US-Airlines müssten größer werden, um gegen staatlich subventionierte internationale Carrier bestehen zu können. Das ist kein unverständliches Argument. Nur: American sieht das anders.
Wettbewerb, Verbraucher, Trump-Philosophie
American formulierte seine Ablehnung geschickt. Eine Fusion wäre schlecht für den Wettbewerb und die Verbraucher, und damit, so die Texaner, auch nicht vereinbar mit dem kartellrechtlichen Denken der Trump-Administration. Das ist eine bemerkenswert politisch formulierte Absage, die den Präsident gleich mit einbezieht. Das Weisse Haus selbst hatte sich zuvor bedeckt gehalten, Sprecherin Karoline Leavitt sagte, das Thema sei nichts, wozu der Präsident eine Meinung habe.
Branchenkenner sehen die kartellrechtlichen Hürden ohnehin als enorm an. United und American überschneiden sich auf Hunderten von Routen, besonders am Chicagoer O’Hare International Airport, wo die beiden seit Jahren um Gates und Passagiere kämpfen. Analysten gehen davon aus, dass ein solcher Deal massive Veräusserungen erfordern wuerde.
American hat eigene Probleme zu lösen
Dabei hätte American Airlines derzeit genügend mit sich selbst zu tun. Die Gewinne lagen in den vergangenen Jahren hinter denen der Konkurrenz, die Gewerkschaften zeigen wachsende Ungeduld. Eine Fusion wäre da wohl kaum die erste Priorität gewesen, selbst wenn man sie gewollt hätte.
Scott Kirby wollte. American wollte nicht. Und die vier Tage Kursphantasie sind jetzt auch Geschichte.
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