Es ist noch nichts entschieden, noch nicht einmal ein Entwurf liegt auf dem Tisch. Und doch reicht allein die Nachricht, dass American Airlines und Alaska Air über eine deutlich tiefere Partnerschaft sprechen, um die Branche aufzuwecken. Denn was hier im Raum steht, ist kein weiteres Codesharing-Abkommen, sondern die Einbindung von Alaska in Americans transatlantische Joint Ventures mit British Airways, Iberia und Finnair sowie in das transpazifische Arrangement mit Japan Airlines.
Was steckt dahinter?
Solche sogenannten „metal-neutral“ Arrangements erlauben es Partnern, Preise und Kapazitäten zu koordinieren und Erlöse zu teilen, egal welche Airline den Flieger tatsächlich betreibt. Für American wäre Alaska ein attraktiver Baustein: mehr Reichweite an der Westküste, stärkere Anbindung über Alaskas Seattle-Hub. Für Alaska wiederum bedeutet der Zugang zu lucrativen Langstreckenrouten genau das, was CEO Ben Minicucci mit seinem „organischen Wachstumsplan“ meint, auch wenn er sich auf Nachfrage bedeckt hält.
Beide Fluggesellschaften sind bereits über die sogenannte „West Coast International Alliance“ verbunden, mit Codesharing und gegenseitigen Vielfliegerprogrammen. Der jetzt diskutierte Schritt ginge deutlich weiter.
American Airlines Group Inc. Aktie Chart
JetBlue lässt grüßen
Nur: Der Weg dahin ist nicht kurz. Jede Ausweitung eines internationalen Joint Ventures braucht die Genehmigung des U.S. Department of Transportation, das Kartellimmunität gewähren muss. Und selbst wenn das DOT grünes Licht gibt, kann das Justizministerium dazwischenfunken. Das haben wir zuletzt 2023 gesehen, als ein Bundesrichter Americans Northeast Alliance mit JetBlue auf Betreiben des DOJ kippte. Das war eine Kooperation, die sich auf New York und Boston konzentriert hatte und trotzdem als wettbewerbswidrig eingestuft wurde.
Das geplante Arrangement mit Alaska soll strukturell anders aufgebaut sein, internationale Joint Ventures haben eine längere Geschichte und gelten regulatorisch als weniger heikel. Aber „anders“ bedeutet nicht automatisch „sicher“.
Kein Merger, sagen beide
Ausdrücklich nicht auf dem Tisch: eine Fusion. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten Reuters, von einem Merger sei keine Rede. Bloomberg berichtete zwar, dass ein solches Szenario kurz diskutiert wurde, aber nicht weiterverfolgt worden sei. Alaska hat ohnehin gerade genug zu tun: Die Integration von Hawaiian Airlines, die 2024 übernommen wurde, läuft noch. Minicucci klingt nicht wie jemand, der gerade einen weiteren Großdeal stemmen will.
Vorläufige Gespräche, keine Zeitlinie, kein Kommentar der Beteiligten. Für Anleger bleibt das vorerst ein Hinweis auf die Richtung, nicht auf das Ziel.
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