AMD wirbt bei Rechenzentrumsbetreibern für eine stärkere Konsolidierung ihrer Serverlandschaften. Die zentrale These: Leistungsfähigere Server mit AMD-EPYC-Prozessoren sollen ältere Systeme ersetzen und dadurch Stromverbrauch, Platzbedarf und Softwarekosten reduzieren. Gleichzeitig soll dabei Kapazität für neue KI-Infrastruktur frei werden.
AMD-Aktie: 100 alte Server sollen durch 14 neue ersetzt werden können
AMD nennt dazu ein konkretes Rechenbeispiel. Demnach könnten 100 fünf bis sieben Jahre alte Dual-Socket-Server mit Intel Xeon Platinum 8280 durch 14 Server mit AMD EPYC 9965 ersetzt werden, bei vergleichbarer Gesamtleistung. Das entspräche einer Reduzierung der Serveranzahl um 86 %.
Nach AMDs Modellrechnung könnte der Stromverbrauch dadurch um 69 % sinken, während die Total Cost of Ownership über drei Jahre um 41 % zurückgehen könnte. AMD weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Berechnung auf zahlreichen Annahmen und Schätzungen basiert und lediglich als Beispiel dienen soll.
AMD-Aktie: Neue EPYC-Generation mit bis zu 256 Kernen
Technologisch setzt AMD auf eine immer höhere Rechendichte. Die aktuellen EPYC-Prozessoren der fünften Generation bieten Konfigurationen mit bis zu 192 Kernen. Für die sechste EPYC-Generation mit dem Codenamen „Venice“ stellt AMD Konfigurationen mit bis zu 256 Kernen in Aussicht.
Der Ansatz ist auch deshalb interessant, weil viele Unternehmensprogramme nach Prozessorkernen oder Sockeln lizenziert werden. Werden für dieselbe Arbeit weniger Server und Kerne benötigt, können nach Darstellung von AMD neben Strom- und Infrastrukturkosten auch Lizenz- und Wartungskosten sinken.
AMD-Aktie: Serverkonsolidierung schafft Platz für KI
Für AMD führt die Serverstrategie direkt zum KI-Geschäft. Werden bestehende Anwendungen mit weniger Hardware betrieben, können Strom-, Platz- und Kühlkapazitäten für zusätzliche KI-Systeme frei werden. AMD nennt hier ausdrücklich seine Instinct-GPUs für KI-Training und Inferenz sowie die Pensando-Netzwerktechnik.
Ein Praxisbeispiel liefert der vietnamesische Onlinebroker DNSE Securities. Nach der Einführung von AMD-EPYC-Prozessoren halbierte das Unternehmen laut AMD die Zahl seiner Server-Racks und reduzierte deren Stromaufnahme von zuvor 16 bis 17 Kilowatt auf 7 bis 9 Kilowatt pro Rack. Mittlerweile laufen 90 % der Workloads des Unternehmens auf AMD EPYC.
Zur Einordnung: AMD versucht hier, zwei Wachstumsbereiche miteinander zu verbinden: klassische Server-CPUs und KI-Beschleuniger. Wenn Unternehmen durch leistungsfähigere EPYC-Systeme Platz und Strom im bestehenden Rechenzentrum freimachen, könnte dieser Spielraum anschließend für zusätzliche KI-Infrastruktur genutzt werden. Das eröffnet AMD die Chance, sowohl bei der Konsolidierung bestehender IT als auch beim anschließenden KI-Ausbau Hardware zu verkaufen.
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