Der US-Halbleiterkonzern AMD hat an der Wall Street die historische Marke von einer Billion US-Dollar Börsenwert durchbrochen. Nach Nvidia, Broadcom und Micron steigt das Unternehmen damit als vierter US-Chiphersteller in diesen Kreis auf. Im deutschen Handel notiert das Papier heute bei 541,10 Euro, womit sich der Wertzuwachs seit Jahresanfang auf 194 Prozent beläuft.
Hohe Nachfrage nach Rechenzentrums-Hardware
Verantwortlich für den jüngsten Kursanstieg ist vor allem das florierende Geschäft mit Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Neben den Instinct-Grafikbeschleunigern verzeichnet AMD ein starkes Interesse an seinen EPYC-Serverprozessoren. Kunden fragen vermehrt heterogene Architekturen nach, bei denen sowohl Hochleistungs-CPUs als auch Beschleunigerkerne in großen Rechenzentren zum Einsatz kommen.
Mit der Rack-Scale-Plattform Helios bietet der Konzern inzwischen schlüsselfertige Systeme an, die Instinct-Beschleuniger und EPYC-Chips bündeln. Diese Gesamtlösungen zielen auf den Aufbau massiver Rechenkapazitäten ab. Bereits im Juli hatte AMD das System vorgestellt, dessen reguläre Auslieferungen zum Ende des dritten Quartals anlaufen.
Zu den Großabnehmern der Technologie zählen Branchengrößen wie Oracle und OpenAI. Mit OpenAI besteht eine mehrjährige Vereinbarung über die Lieferung von Instinct-GPUs mit einer Gesamtkapazität von sechs Gigawatt, beginnend mit der ersten Phase im laufenden zweiten Halbjahr.
Das Analysehaus Bernstein stuft die Aktie mit „Outperform“ ein. Analyst Stacy Rasgon begründet seinen Optimismus neben dem CPU-Wachstum mit den Großaufträgen von Kunden wie OpenAI und Meta.
Verwässerungspotenzial durch Optionsscheine
Trotz des operativen Momentums blicken Marktteilnehmer auf potenzielle Belastungsfaktoren bei der Aktienstruktur. Um langfristige Liefervereinbarungen abzusichern, hat AMD seinen Schlüsselpartnern umfangreiche Bezugsrechte eingeräumt. So erhielt OpenAI Optionsscheine auf bis zu 160 Millionen Aktien, deren Ausübung an Abnahmemengen und Kursmarken gebunden ist.
Werden sämtliche Tranchen aus den Vereinbarungen mit Meta und OpenAI ausgeübt, droht eine spürbare Verwässerung der Altaktionäre. Zudem fordern Investoren für die kommenden Quartale den Nachweis, dass die ambitionierten Lieferpläne margenstabil umgesetzt werden können.
Mit einem Kurs von 547,90 Euro markierte der Titel am 23. September 2026 ein 52-Wochen-Hoch. Ob die Bewertung tragfähig bleibt, hängt an der reibungslosen Serienfertigung der neuen Chipgenerationen. Die nächsten Geschäftszahlen legt AMD am 3. November vor.
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