Im Sog eines breit angelegten Ausverkaufs im Halbleiter- und Technologiesektor hat die AMD-Aktie am jüngsten Handelstag nachgegeben. Das Papier beendete den Freitagshandel mit einem Minus von 2,0 Prozent bei 542,70 Euro.
Auslöser der Branchenschwäche war ein Bericht der Financial Times, wonach der annualisierte September-Umsatz von OpenAI bei knapp 50 Milliarden $ lag und damit die zuvor signalisierten rund 70 Milliarden $ verfehlte. Wie Reuters berichtete, gerieten Chiphersteller daraufhin unter Verkaufsdruck, weil Anleger die Rentabilität von Investitionen in künstliche Intelligenz neu bewerten.
Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt das Papier eine der stärksten Stützen des Tech-Segments: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 195 Prozent. Die aktuelle Neubewertung an den Märkten trifft das Unternehmen in einer Phase, in der die operative Ausrichtung auf Jahre hinaus festgezurrt wird.
Kapazitätsausbau und Speicher-Allianzen
Um die anhaltend hohe Nachfrage zu bedienen, stellt der Konzern die Weichen für die kommenden Geschäftsjahre. Laut Konzernchefin Lisa Su plant AMD für 2027 eine deutliche Steigerung des Chip-Angebots, da der Bedarf an Rechenleistung das derzeitige Angebot weiterhin übersteigt. Die strategische Kapazitätsplanung für moderne Wafer reicht nach ihren Angaben bereits drei bis fünf Jahre in die Zukunft.
Parallel dazu sucht das Management Lösungen für bestehende Engpässe in der Lieferkette. Lisa Su erklärte am Mittwoch, das Unternehmen prüfe weiterhin Möglichkeiten für Partnerschaften mit Samsung Electronics in den Bereichen Speicherchips und Auftragsfertigung. Ziel der Gespräche ist es, der spürbar knappen Versorgung mit Speicherkomponenten für moderne KI-Systeme wirksam zu begegnen.
Analysten sehen Potenzial durch Software-Agenten
Rückenwind erhält der Prozessorhersteller von der Wall Street. Medienberichten zufolge erhöhte die US-Bank Citi am Dienstag ihr Kursziel für das Papier von 575 auf 800 $ und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. Die Analysten begründeten den Schritt mit der erwarteten Nachfrage nach Server-CPUs durch sogenannte KI-Agenten, die zunehmend komplexe Rechenaufgaben eigenständig übernehmen.
Auch das Analysehaus Mizuho zeigte sich am selben Tag optimistisch für den Halbleiterkonzern. Die Experten hoben ihr Kursziel von 580 auf 705 $ an und beließen die Einstufung auf „Outperform“. Als zentralen Treiber führten sie ebenfalls den wachsenden Bedarf an Rechenkapazitäten für autonome KI-Anwendungen an.
Aufschluss über den aktuellen Geschäftsverlauf erhalten Marktteilnehmer in wenigen Wochen: AMD hat angekündigt, die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 3. November nach US-Börsenschluss vorzulegen.
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