AMD-Aktie: Offensive an mehreren Fronten!

AMD gründet mit Nvidia und anderen einen optischen KI-Verbindungsstandard und sichert in Südkorea die Speicherversorgung für künftige Chips.

Auf einen Blick:
  • Gründung eines optischen KI-Verbindungsstandards mit Nvidia und Meta
  • CEO Lisa Su sichert in Seoul HBM4-Speicher und 2-Nanometer-Chips
  • Rechenzentrumsgeschäft wuchs 2025 um 39 Prozent
  • Aktie notiert 25 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch

Advanced Micro Devices setzt gerade zu einem der ambitioniertesten strategischen Manöver seiner jüngeren Geschichte an. Während CEO Lisa Su persönlich nach Seoul reist, um die Speicherversorgung für die nächste Chip-Generation zu sichern, gründet AMD gemeinsam mit Nvidia, Microsoft, Meta, Broadcom und OpenAI einen Industriestandard, der die Architektur von KI-Rechenzentren grundlegend verändern soll.

Der optische Interconnect-Standard

Am 12. März 2026 gaben die sechs Unternehmen die Gründung des Optical Compute Interconnect (OCI) Multi-Source Agreement Consortiums bekannt. Das Ziel: einen einheitlichen optischen Standard für die Verbindung von Prozessoren, Beschleunigern und Switches in großen KI-Systemen zu etablieren.

Der Hintergrund ist technischer Natur. Kupferverbindungen stoßen bei modernen KI-Clustern an physikalische Grenzen — sowohl bei Übertragungsgeschwindigkeit als auch beim Energieverbrauch. Optische Verbindungen sollen diese Engpässe auflösen. Der OCI-Standard beginnt mit 200 Gigabit pro Sekunde und soll langfristig bis zu 3,2 Terabit pro Glasfaser skalieren. Entscheidend ist dabei die Kompatibilität: Die gemeinsame optische Schicht soll verschiedene Protokolle — darunter UALink für AMD und Broadcom sowie NVLink für Nvidia — über dieselbe Infrastruktur ermöglichen.

AMD-Vizepräsident Brian Amick bezeichnete die Initiative als notwendige Grundlage für die KI-Skalierung „später in diesem Jahrzehnt“.

Lisa Sus Seoul-Mission

Parallel dazu reist Su am 18. März nach Südkorea — ihr erster Besuch dort seit ihrer Ernennung zur CEO im Jahr 2014. Auf dem Programm steht ein Treffen mit Samsung-Chairman Jay Y. Lee, bei dem es laut südkoreanischen Medienberichten um die Versorgung mit High-Bandwidth-Memory der nächsten Generation geht. Samsung liefert bereits HBM3E für AMDs MI350-Beschleunigerserie; nun soll HBM4 gesichert werden.

Zusätzlich sollen Gespräche über eine Kooperation bei 2-Nanometer-Chips für AMDs EPYC-Venice-Prozessoren auf der Agenda stehen. Ein geplantes Treffen mit Naver-CEO Choi Soo-yeon rundet die Reise ab — Themen sind souveräne KI-Infrastruktur und Rechenzentrumsversorgung.

Die Reise fällt bewusst in dieselbe Woche wie Nvidias GTC-2026-Konferenz. Südkoreanische Medien werteten das Timing als Signal, dass AMD die Aufmerksamkeit gezielt auf eigene Partnerschaften lenken will, während die Branche nach San Jose schaut.

Advanced Micro Devices Aktie Chart

Starke Zahlen, schwache Aktie

Das operative Fundament stimmt: 2025 erzielte AMD einen Umsatz von knapp 35 Milliarden Dollar — ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg um 164 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 39 Prozent und macht inzwischen mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Für die kommenden drei bis fünf Jahre peilt das Management ein jährliches Wachstum von mehr als 35 Prozent in diesem Segment an.

Auch auf der Kundenseite gibt es Substanz: Meta hat sich in einem mehrjährigen Vertrag zur Abnahme von sechs Gigawatt AMD-GPUs verpflichtet. Zusammen mit OpenAI summieren sich die GPU-Zusagen auf zwölf Gigawatt über die nächsten Jahre.

Trotzdem notiert die Aktie aktuell rund 25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Oktober 2025 und hat seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben — ein Spiegelbild des allgemeinen Gegenwinds im Tech-Sektor, nicht der operativen Entwicklung. Der nächste konkrete Prüfstein für die Kursentwicklung dürfte der Hochlauf der Instinct-MI355X-Plattform sein, deren Produktionsausweitung AMD zuletzt bestätigt hat.

Advanced Micro Devices-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Advanced Micro Devices-Analyse vom 15. März liefert die Antwort:

Die neusten Advanced Micro Devices-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Advanced Micro Devices-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Advanced Micro Devices: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)