Der KI-Boom war lange Zeit geprägt von einer unstillbaren Nachfrage nach GPUs. AMD machte in dieser Hinsicht zwar Fortschritte, konnte aber nie richtig mit Nvidia gleichziehen. Technologisch weiter fortgeschritten ist man hingegen bei CPUs, welche nun immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die klassischen Prozessoren gewinnen in den Rechenzentren der Hyperscaler zunehmend an Bedeutung.
Benötigt werden entsprechende Chips etwa für KI-Agenten, welche etliche unterschiedliche Datenquellen kombinieren. Wie sehr dies in Zukunft durchschlagen mag, rechnete CEO Lisa Su kürzlich vor. Ihrer Einschätzung nach dürfte das Verhältnis von CPU zu GPU in Rechenzentren sich auf 1:1 annähern. Vereinfacht ausgedrückt könnte AMD also ebenso viele CPUs verkaufen, wie Nvidia derzeit GPUs verkauft.
AMD wird noch optimistischer
Zwar sind CPUs in der Regel deutlich günstiger zu haben. Dennoch würde AMD in einem solchen Szenario wohl gute Geschäfte machen, war das Verhältnis bei KI-Rechenzentren bisher doch bestenfalls bei 1:4. AMD rechnet nun damit, dass der Markt für Server-Prozessoren bis zum Jahr 2030 auf mehr als 120 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte.
Das trifft an der Börse auf offene Ohren, insbesondere vor dem Hintergrund, dass AMD seine Marktanteile im Segment zuletzt schwer ausbauen konnte. Beim Umsatz bewegt man sich bereits rasant auf die Marke von 50 Prozent zu. Steigende Marktanteile in einem wachsenden Markt bedeuten in der Theorie weitere Sprünge in den Bilanzen.
Wie im Rausch
Dementsprechend nimmt die Kauflaune weiter zu. Am Dienstag trieb es die AMD-Aktie um 7,8 Prozent auf 503,89 Dollar in die Höhe. Zeitweise konnte bei 506,96 Dollar (mal wieder) ein neues Rekordhoch markiert werden. Der Chipkonzern profitiert letztlich sowohl von der Nachfrage nach GPUs als auch nach CPUs. Dass der Anteil sich mehr in Richtung letzterer Chips verschiebt, spielt AMD aber zusätzlich in die Hände.
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