Es gibt Quartalsergebnisse, die liest man durch und denkt: solide. Und dann gibt es Quartale wie dieses von AMD. Lisa Su, Chefin und Vorsitzende des Chipkonzerns, stellte am Dienstagabend Zahlen vor, bei denen man kurz nachrechnen muss, ob man sich nicht verlesen hat. Man hat sich nicht verlesen.
57 Prozent mehr, und das war erst der Anfang
Das Datencenter-Segment, inzwischen das eigentliche Herzstück von AMD, wuchs im ersten Quartal um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 5,64 Milliarden gerechnet. Der Gesamtumsatz lag bei 10,25 Milliarden Dollar, erwartet waren 9,89 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie: 1,37 Dollar, Konsens war 1,29 Dollar. Wer hier eine Schwäche sucht, muss lange graben.
Jake Behan, Leiter des Kapitalmarktgeschäfts bei Direxion, brachte es auf den Punkt: „AMD ist direkt an der unersättlichen KI-Nachfrage angebunden, und dieses Quartal hat gezeigt, dass diese Nachfrage real ist. Jetzt verschiebt sich der Fokus auf die Frage, wie effizient sie das in margenstarke Umsätze umwandeln können.“
120 Milliarden Dollar bis 2030
Su legte im Analysten-Call nach. AMD erwartet nun, dass der adressierbare Markt für Server-CPUs jährlich um mehr als 35 Prozent wächst und bis 2030 über 120 Milliarden Dollar erreicht. Im November hatte AMD noch 18 Prozent jährliches Wachstum prognostiziert. Das ist kein kleines Update, das ist eine komplett andere Geschichte.
Für das zweite Quartal stellt AMD einen Umsatz von 11,2 Milliarden Dollar in Aussicht, plus oder minus 300 Millionen. Der Konsens lag bei 10,52 Milliarden. Die bereinigte Bruttomarge soll bei rund 56 Prozent landen, Analysten hatten 55,4 Prozent erwartet. Der Server-CPU-Umsatz soll im zweiten Quartal um mehr als 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen.
Die Haken, denn die gibt es
AMD ist bei der Chipproduktion auf TSMC angewiesen, und genau da liegt das Problem. Intel, das seine Chips selbst fertigt, holt auf. Daniel Newman, CEO der Technologieforschungsfirma Futurum Group, formulierte es direkt: „AMD wird Intel möglicherweise früher als gedacht als Fertigungspartner für künftige Produkte qualifizieren müssen, weil die knappe zusätzliche Kapazität angesichts von Nvidias beschleunigtem KI-Fahrplan gebraucht wird.“
Dazu kommt der Gegenwind im Consumer-Bereich. Steigende Speicherpreise belasten den PC-Markt, AMD plant für die zweite Jahreshälfte mit niedrigeren PC-Auslieferungen. Und der Gaming-Umsatz soll in der zweiten Jahreshälfte um mehr als 20 Prozent gegenüber der ersten Hälfte fallen.
Advanced Micro Devices Aktie Chart
Meta, OpenAI, und 12 Prozent nachbörslich
AMD hat Deals mit Meta Platforms über bis zu 60 Milliarden Dollar an KI-Chips über fünf Jahre abgeschlossen, dazu eine Vereinbarung mit OpenAI. Das sind keine Randnotizen, das ist Rückenwind für Jahre. Die AMD-Aktie sprang nachbörslich um 16,5 Prozent, nachdem sie im bisherigen Jahresverlauf bereits rund 65 Prozent zugelegt hatte.
120 Milliarden Dollar adressierbarer Markt bis 2030. Ob das reicht, um die TSMC-Abhängigkeit vergessen zu machen? Die Anleger haben am Dienstagabend jedenfalls nicht gezögert.
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