Die Erholung vom Vortag trägt nicht. Chipwerte rutschen an der Wall Street wieder ab, und AMD gehört zu den schwächeren Titeln im Sektor. Im frühen Handel verliert die Aktie 1,3 Prozent, nachdem es vorbörslich zeitweise noch ein Minus von 2 Prozent gewesen war.
Sektor unter Druck
AMD steht nicht allein. Intel gibt 2,8 Prozent ab, Micron 2,2 Prozent, Marvell 3,5 Prozent. Nvidia hält sich mit einem Minus von 1,3 Prozent vergleichsweise stabil. Der Nasdaq Composite verliert 0,8 Prozent, während der Dow Jones dank Industriewerten wie 3M im Plus notiert.
Die Gründe liegen weniger bei AMD selbst als im Umfeld. Marktteilnehmer stellen die Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Rally vor einer entscheidenden Berichtswoche infrage. Hinzu kommen wieder gestiegene Anleiherenditen. Die zehnjährige US-Rendite liegt bei gut 5 Prozent und belastet zinsreagible Wachstumswerte besonders.
Auch der Ölpreis drückt auf die Stimmung. Brent nähert sich mit rund 110 Dollar je Fass einem Fünfmonatshoch, nachdem der Iran seinen Anspruch auf die Kontrolle der Straße von Hormus bekräftigt hat. Steigende Energiepreise schüren Inflationssorgen und damit die Angst vor höheren Leitzinsen.
Lackmustest nach Handelsschluss
Der Blick richtet sich auf die Zahlen von SpaceX nach Handelsende. Das Unternehmen hat ein starkes KI-Standbein, Händler sprechen vom ersten Lackmustest für den KI-Sektor in dieser US-Berichtsperiode. Die Aktie gibt vor der Veröffentlichung 2,5 Prozent nach.
Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas hält die Stimmung der Investoren für schwer greifbar. Sie sei eine Achterbahnfahrt gewesen, schreibt er. Insgesamt erwartet er aber, dass Anleger den Zahlen eher positiv gegenüberstehen.
Für AMD ist das ein Stimmungstest ohne eigene Zahlen. Fallen die SpaceX-Ergebnisse stark aus, könnte der Sektor den Druck vom Dienstag abschütteln. Enttäuschen sie, dürfte die Debatte über die Tragfähigkeit der KI-Rally neuen Auftrieb erhalten. Die Reaktion zeigt sich im Handel am Mittwoch.
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