Der US-Halbleiterkonzern AMD hat im laufenden Monat deutliche Wachstumssignale an den Markt gesendet. Ein wesentlicher Treiber für die positive Stimmung ist die jüngste Prognose von Finanzvorstand Jean Hu. Auf einer Branchenkonferenz am Dienstag hob Hu die Schätzung für den gesamten adressierbaren Markt (TAM) für KI-Chips bis zum Jahr 2030 auf bis zu 3 Billionen US-Dollar an.
Zuvor war das Unternehmen von einer Untergrenze von etwa 2 Billionen US-Dollar ausgegangen. Diese deutliche Erhöhung der Marktpotenziale unterstreicht den hohen Bedarf an Rechenkapazitäten, die durch die fortschreitende Verbreitung Künstlicher Intelligenz getrieben werden.
An der Börse spiegelte sich dieser Optimismus zuletzt in einer starken Performance wider. Am Freitag legte das Papier um 2,5 % zu und verzeichnete einen Schlusskurs von 444,70 Euro. Seit Jahresbeginn konnte der Wert damit eine Wertsteigerung von insgesamt 142 % erzielen.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Die angepassten Marktprognosen und die operative Dynamik riefen in der vergangenen Woche auch namhafte Analysehäuser auf den Plan. David O’Connor von Piper Sandler startete am Donnerstag die Abdeckung für AMD mit einer „Overweight“-Einstufung und einem Kursziel von 600 US-Dollar.
Der Analyst begründete diesen Schritt mit der „unersättlichen Nachfrage“ nach Rechenleistung, insbesondere im Bereich der sogenannten Agentic AI. Hierbei gewinne AMD kontinuierlich Marktanteile bei CPU-Server-Chips. Zudem werde der Hochlauf der neuen Helios-GPUs durch Ankerkunden wie OpenAI, Meta und Anthropic gestützt.
Parallel dazu passte CLSA am Donnerstag das Kursziel für AMD nach oben an. Die Experten hoben den Zielwert auf 710 US-Dollar an und bestätigten ihre Einstufung mit „Outperform“. Medienberichten zufolge rechnen die Analysten mit steigenden Absatzzahlen und höheren Preisen für die MI-455 Grafikprozessoren. Bis zum Jahr 2027 prognostiziert das Haus, dass AMD sein Gewinnziel je Aktie (Non-GAAP) von 20 US-Dollar erreichen wird.
Technologische Expansion und starke Rechenzentren
Neben dem Kerngeschäft mit KI-Chips erweitert AMD seine technologische Basis durch neue Kooperationen. Am Donnerstag gab das Unternehmen gemeinsam mit Xanadu Quantum die Veröffentlichung von „Backline“ bekannt. Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Plattform, die eine extrem schnelle Integration von Quanten- und klassischem Computing ermöglicht.
Die Plattform erlaubt eine Kommunikation zwischen Quantenprozessoren und AMD-Komponenten wie EPYC-CPUs oder Instinct-GPUs mit Latenzzeiten von weniger als drei Mikrosekunden.
Die operative Stärke des Konzerns wurde bereits durch die im August gemeldeten Ergebnisse für das zweite Quartal untermauert. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 50 % auf 11,5 Milliarden US-Dollar. Besonders hervorzuheben ist das Segment der Rechenzentren, das seinen Umsatz um 107 % auf 6,7 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln konnte und inzwischen 58 % der Gesamterlöse beisteuert.
Zur weiteren Stärkung der Position im Bereich der KI-Inferenz hatte AMD bereits am 6. August die Übernahme des Start-ups Taalas angekündigt, dessen spezialisierte Chips eine deutlich höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit bei spezialisierten KI-Workloads versprechen.
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