Der erste Kunde für AMDs neues Rack-System steht fest. Hewlett Packard Enterprise hat einen Auftrag des Cloud-Anbieters Vultr über 1,2 Milliarden Dollar an Land gezogen. Es geht um die Helios-Plattform, die HPE als „AMD Helios AI Rack by HPE“ vertreibt.
Erster Helios-Auftrag
HPE nannte die Bestellung am Mittwoch den ersten Auftrag für das neue System. Helios bündelt Rechenleistung, Scale-up-Netzwerk und Flüssigkeitskühlung in einem Rack. Vultr will die Systeme in Rechenzentren in den USA einsetzen.
Der Deal baut auf der bestehenden Zusammenarbeit zwischen Vultr und Juniper Networks auf, das inzwischen zu HPE gehört. Die Lösung zielt auf das Training von Modellen mit Billionen Parametern und auf Inferenz mit hohem Durchsatz. Für AMD ist das ein wichtiger Beleg, dass die Rack-Architektur im Markt Abnehmer findet.
Die HPE-Aktie legte im vorbörslichen Handel an der NYSE um 4,3 Prozent auf 64,14 Dollar zu. Am Vortag hatte sie 1,82 Prozent verloren.
Rückenwind aus Europa
Auch abseits von Helios gewinnt AMDs Instinct-Reihe Partner. Das Start-up Blackfuel trat am Mittwoch aus dem Stealth-Modus und meldete vertraglich zugesicherte Umsätze von mehr als 250 Millionen Dollar. Es will ein globales Netz aus Inferenz-Kapazitäten aufbauen, das es „AI Token Grid“ nennt.
Der erste Standort entsteht in Barcelona. Dort kommen Dell-Server mit AMD Instinct MI355X zum Einsatz, die Software baut auf AMDs offenem ROCm-Stack auf. Weitere Cluster sind in Spanien, Finnland und Frankreich in Arbeit. Blackfuel will künftig mehrere Beschleunigerarchitekturen unterstützen, AMD ist damit zum Start der Hauptlieferant, aber nicht der einzige denkbare.
Die Dimensionen sind verschieden. Der Vultr-Auftrag ist mehr als viermal so groß wie Blackfuels gesamte vertragliche Umsatzbasis. Gemeinsam zeigen die Meldungen jedoch, dass AMD sowohl bei Hyperscale-Racks in den USA als auch bei spezialisierten Inferenz-Anbietern in Europa Fuß fasst.
Konkrete Auslieferungstermine für die Helios-Systeme nannte HPE nicht. Blackfuel hingegen will seinen ersten Standort noch im Jahr 2026 in Betrieb nehmen.
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