AMD hat einen der bislang größten Infrastrukturverträge seiner Unternehmensgeschichte geschlossen. Der Chipkonzern erhält von Core Scientific zunächst Zugriff auf mehr als 500 Megawatt KI-fähige Rechenzentrumskapazität in den USA.
Die Vereinbarung beginnt 2027 und kann bis Ende 2028 auf insgesamt 2,5 Gigawatt ausgebaut werden. Die Laufzeit beträgt 15 Jahre. Damit sichert sich AMD frühzeitig die Energie- und Rechenzentrumsressourcen, die für den Betrieb künftiger KI-Systeme benötigt werden.
AMD-Aktie: KI-Infrastruktur wird zum Engpass
Der Vertrag zeigt, dass im KI-Wettlauf längst nicht mehr nur leistungsfähige Chips entscheidend sind. Ebenso wichtig sind Strom, Grundstücke und moderne Rechenzentren. Genau diese Ressourcen werden weltweit knapp.
Gemeinsam mit Core Scientific will AMD deshalb komplette KI-Infrastrukturen bereitstellen, auf denen Kunden ihre Systeme auf Basis von AMD-Hardware betreiben können. Zum Einsatz kommen dabei sowohl Instinct-GPUs als auch EPYC-Prozessoren und die ROCm-Softwareplattform. AMD arbeitet außerdem mit Core Scientific an der Planung und dem Bau der Rechenzentren, um diese optimal auf KI-Anwendungen auszurichten.
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung von Core Scientific selbst. Das Unternehmen war ursprünglich einer der größten Bitcoin-Miner Nordamerikas und richtet sein Geschäftsmodell nun konsequent auf KI-Rechenzentren aus. AMD kooperiert also mit einem erfahrenen Infrastrukturpartner mit bereits verfügbaren Standorten und Stromanschlüssen. Letztere erweisen sich derzeit immer häufiger als Flaschenhals der KI-Infrastruktur.
AMD-Aktie: Der Wettbewerb mit Nvidia verlagert sich auf die Infrastruktur
Der Konzern verkauft künftig also nicht nur Beschleunigerchips, sondern sichert seinen Kunden gleichzeitig die notwendige Infrastruktur für deren Einsatz. Damit nähert sich AMD dem Geschäftsmodell des Erzrivalen Nvidia an, der ebenfalls zunehmend komplette KI-Plattformen statt einzelner Chips anbietet.
Wer im KI-Markt erfolgreich sein will, muss künftig nicht nur leistungsfähige Hardware liefern, sondern auch garantieren können, dass ausreichend Rechenzentrumskapazität und Energie für den Betrieb verfügbar sind.
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