Ein Neocloud-Start-up aus Europa setzt auf AMD-Beschleuniger und sichert sich dafür bereits einen Umsatz von über 250 Millionen Dollar. Blackfuel hat sich heute erstmals öffentlich vorgestellt. Für AMD ist das ein weiterer Referenzkunde im Inferenzgeschäft.
Blackfuel baut auf Instinct und ROCm
Blackfuel will ein globales Netz aus Beschleuniger-Clustern aufbauen und daraus buchbare KI-Ausgabe machen, abgerechnet in Token. Die Umsatzbasis stammt nach Unternehmensangaben aus mehrjährigen Kundenverträgen. Die erste Bereitstellung soll noch 2026 in Betrieb gehen.
Der Start erfolgt in Barcelona. Dort soll Digital Realty das Rechenzentrum stellen, die Hardware liefert Dell: flüssigkeitsgekühlte Systeme mit AMD Instinct MI355X. NTT DATA übernimmt Integration und Support. Weitere Cluster plant Blackfuel in Spanien, Finnland und Frankreich.
Auch softwareseitig hängt der Ansatz an AMD. Auf der AMD-Infrastruktur läuft der Inferenz-Stack auf dem Open-Source-Framework ROCm. AMD-Manager Stephanie Dismore betonte, Instinct und ROCm böten die Offenheit und Flexibilität, die Kunden für KI im großen Maßstab brauchten.
HPE-Auftrag stützt die Stimmung
Schon am Mittwoch hatte AMD Aufmerksamkeit bekommen. HP Enterprise erhielt einen Auftrag von AMD über 1,2 Milliarden Dollar. HPE-Aktien legten im S&P 500 um 3,9 Prozent zu, AMD gewannen 0,7 Prozent.
Der Markt insgesamt war gemischt. Niedrigere Inflationsdaten halfen nur zeitweise, der Dow gab um 0,86 Prozent nach. Der Nasdaq 100 schloss dagegen leicht im Plus. Im Chipsektor blieben die Bewegungen moderat, auch nach den Zahlen von Micron mit überraschend positiver Umsatzprognose.
Blackfuel ist ein junges Unternehmen, die Zusagen sind bislang Eigenangaben und die Cluster noch im Aufbau. Als Signal taugt die Meldung dennoch: Neben großen Hyperscalern greifen auch spezialisierte europäische Anbieter auf AMD-Plattformen zurück. Ob die geplante Inbetriebnahme in Barcelona 2026 gelingt, dürfte der erste Praxistest für die Instinct-MI355X-Nachfrage in Europa sein.
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