Dass AMD erstmals mehr als eine Billion US-Dollar an der Börse wert ist, markiert eine Zäsur. Der Chipkonzern gilt längst nicht mehr nur als Herausforderer von Nvidia, dem Markt trauen ihm eine deutlich größere Rolle in der KI-Infrastruktur zu. Parallel dazu bereitet CEO Lisa Su die Lieferkette auf größere Volumina vor.
Rekordhoch in Euro
In Euro gerechnet erreichte die Aktie am Dienstag ein neues Allzeithoch bei 580,00 Euro. Damit zog sie mit dem Niveau vom Vortag gleich. Der Kurs hält sich also auf dem Rekordniveau, statt nach dem Sprung über die Billionen-Schwelle abzuflauen. Am Mittwoch legte der Titel im US-Handel weiter um rund 2,8 Prozent zu.
Die Treiber sind bekannt: Die Nachfrage nach Rechenleistung bleibt hoch. Su sprach am Mittwoch von sehr starker Nachfrage im Rechenzentrumsgeschäft, mit kräftigen Signalen über die gesamte Produktpalette hinweg.
Su wirbt in Seoul um Speicher und Fertigung
Su nutzte einen Besuch in Südkorea, um die Lieferbeziehungen zu festigen. Sie traf Manager von SK Hynix, ein Gespräch mit Samsung Electronics stand noch aus. AMD lote weiterhin eine Partnerschaft mit Samsung bei Speicherchips und in der Auftragsfertigung aus, sagte sie vor Reportern.
Das Kernproblem ist knapper Speicher. AMD arbeite mit Kunden daran, deren Speicherbedarf zu optimieren, damit sich mehr Rechenleistung bereitstellen lasse. Die Speicherhersteller forderte Su auf, so schnell wie möglich auszubauen. „Wir verlassen uns sehr stark auf die koreanische Lieferkette“, sagte sie. Samsung und SK Hynix seien entscheidend für die Ziele im Rechenzentrumsgeschäft.
Schon im März hatten AMD und Samsung eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Zusammenarbeit bei Speicherlieferungen für KI-Infrastruktur auszubauen. Damals hieß es, man wolle auch über eine Foundry-Kooperation sprechen. Samsung könnte dabei Chips der nächsten AMD-Generation im Auftrag fertigen. Eine Entscheidung steht aus.
Einordnung
Die Bewertung von einer Billion Dollar preist viel Wachstum ein. Sie hängt daran, ob AMD genug Speicher und Fertigungskapazität sichert, um die Nachfrage zu bedienen. Sus Reise zeigt, dass der Konzern genau dort ansetzt. Konkrete Ergebnisse der Gespräche mit Samsung dürften das nächste Signal sein, ob aus der Absichtserklärung vom März ein Fertigungsauftrag wird.
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