AMD Aktie: Argus hebt Kursziel auf 625 Dollar

Trotz starker Q2-Zahlen und Taalas-Übernahme verliert die AMD-Aktie an Wert. Analysten heben Kursziele an, während Risiken bestehen bleiben.

Auf einen Blick:
  • Umsatzplus von 50 Prozent
  • Kursrutsch nach Musk-Ankündigung
  • Übernahme von KI-Startup Taalas
  • Gemischte Analystenreaktionen auf Zahlen

Aktionäre von AMD erleben dieser Tage ein Wechselbad der Gefühle. Auf starke Quartalszahlen folgte ein herber Kursrutsch, auf eine milliardenschwere Übernahme wiederum eine Serie deutlich angehobener Kursziele. Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 418,00 Euro, nach einem Minus von 1,54 Prozent am Freitag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 7,70 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro fehlen dem Papier mittlerweile 18,31 Prozent.

Starke Zahlen, aber Musk sorgt für Kursdruck

Am Dienstag legte AMD Zahlen zum zweiten Quartal vor, die die Erwartungen übertrafen. Der Umsatz kletterte um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar, gegenüber 7,69 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal – und lag damit über dem von LSEG erhobenen Konsens von 11,28 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge erreichte 54 Prozent, der operative Gewinn 2,0 Milliarden Dollar, der Nettogewinn 2,3 Milliarden Dollar bei einem verwässerten Ergebnis je Aktie von 1,38 Dollar. Auf non-GAAP-Basis lag die Bruttomarge bei 56 Prozent, der Nettogewinn bei 2,8 Milliarden Dollar und das Ergebnis je Aktie bei 1,66 Dollar.

Treiber war erneut das Data-Center-Geschäft: Mit 6,7 Milliarden Dollar Umsatz, einem Plus von 107 Prozent gegenüber dem Vorjahr, macht dieses Segment inzwischen 58 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Getragen wurde das Wachstum von starker Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und Instinct-GPUs.

Trotz der positiven Zahlen brach die Aktie am Dienstag im frühen Handel um mehr als 6 Prozent ein. Auslöser war eine Ankündigung von Elon Musk: SpaceX werde seine KI-Prozessoren künftig ausschließlich von Nvidia beziehen. Musk bezeichnete Nvidias Blackwell-Plattform als „beste Architektur“ – eine Kehrtwende gegenüber früheren Aussagen, wonach sowohl SpaceX als auch Tesla auf Chips von AMD und Nvidia setzen würden. AMD-Chefin Lisa Su reagierte auf CNBC zurückhaltend und betonte, sie habe „enormen Respekt“ vor Musk und dessen Lebenswerk und blicke auf eine fortgesetzte Partnerschaft. Die Deutsche Bank kommentierte die Quartalszahlen in einer Mitteilung als „leicht über“ dem Konsens, aber unterhalb der optimistischeren Schätzungen am Markt.

Taalas-Übernahme und neue Kursziele

Nur zwei Tage später, am Donnerstag, meldete AMD den nächsten Schritt in seiner KI-Strategie: eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von Taalas, einem 2023 gegründeten Startup aus Toronto, das auf spezialisierte KI-Inferenz-Chips spezialisiert ist. Finanzielle Details nannte das Unternehmen nicht. AMD plant, die Technologie von Taalas mit den eigenen Instinct-GPUs zu Systemlösungen zu verbinden. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt üblicher Vollzugsbedingungen und behördlicher Genehmigungen. Die Aktie reagierte auf die Ankündigung mit einem Kursplus von rund 1,5 Prozent.

Am selben Tag hoben gleich mehrere Analysehäuser ihre Kursziele an. Argus erhöhte sein Ziel von 450 auf 625 Dollar, Rosenblatt von 665 auf 700 Dollar. Auch weitere Häuser wie Jefferies und Truist zogen ihre Ziele nach den Quartalszahlen nach oben. Gegenläufig positionierten sich automatisierte Bewertungsmodelle von Seeking Alpha, die AMD nach der zuletzt fast 200-prozentigen Kursrally von „Strong Buy“ auf „Hold“ beziehungsweise „Buy“ zurückstuften und moderatere Kursziele im Bereich von 430 bis 581 Dollar nannten.

Ausblick: Wachstum, aber auch Risiken

Für das dritte Quartal stellt AMD einen Umsatz zwischen 12,7 und 13,3 Milliarden Dollar in Aussicht – mehr als die von Analysten erwarteten 12,5 Milliarden Dollar. Firmenchefin Lisa Su kündigte gegenüber Analysten an, das Data-Center-Geschäft solle sich 2027 verdoppeln, während die Server-Umsätze in der zweiten Jahreshälfte 2026 um mehr als 80 Prozent zulegen sollen.

Risiken bleiben jedoch bestehen. Reuters berichtete am Donnerstag, dass Anthropic ein eigenes Chip-Design-Team für sein Claude-Modell aufbaut – ein Signal, dass wichtige Kunden zunehmend eigene Wege in der Halbleiterentwicklung suchen, auch wenn AMD erst im Juli eine strategische Partnerschaft mit Anthropic über bis zu 2 Gigawatt an Instinct-MI450-GPUs verkündet und eine Beteiligung von bis zu 5 Milliarden Dollar zugesagt hatte. Zudem verweisen Marktbeobachter auf ein anhaltendes Übergewicht von Insiderverkäufen bei AMD in den vergangenen Monaten. Am 26. August legt Konkurrent Nvidia eigene Zahlen vor – ein Termin, der als Vergleichsmaßstab für AMDs Position im KI-Chipmarkt gelten dürfte.

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