Das Analysehaus BMO Capital Markets hat seine Einschätzung für AMD angehoben und traut dem Halbleiterhersteller weiteres Wachstum im KI-Segment zu. Die Experten stuften die Aktie auf „Outperform“ hoch und setzten ein Kursziel von 550 US-Dollar fest. Diese optimistische Haltung stützt sich vor allem auf die anhaltende Dynamik im Bereich der Rechenzentren, während der Markt bereits mit Spannung auf die Wochenmitte blickt.
Analysten setzen auf KI-Wachstum und neue Chip-Generation
Die Hochstufung durch BMO Capital Markets erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bedeutung von Spezialchips für künstliche Intelligenz weiter zunimmt. Laut Prognosen der Bank of America könnte der weltweite Markt für KI-Systeme in Rechenzentren bis zum Jahr 2030 ein Volumen von 1,7 Billionen US-Dollar erreichen.
In diesem Umfeld trauen die Analysten AMD einen Umsatzanteil bei KI-Beschleunigern von etwa 80,1 Milliarden US-Dollar zu, was einem Marktanteil von sieben Prozent entspräche.
Unterstützt wird diese Erwartung durch die bevorstehende Einführung neuer Produkte. Jüngste Informationen zur Firmware deuten darauf hin, dass AMD die Veröffentlichung der „Medusa Point“-Prozessoren vorbereitet.
Diese APUs der nächsten Generation basieren auf der Zen-6-Architektur und integrieren die RDNA-4m-Grafiktechnologie. Zudem kündigte CEO Lisa Su an, dass sich das Verhältnis von Prozessoren zu Grafikeinheiten in KI-Knotenpunkten in den kommenden Jahren deutlich verschieben dürfte.
Bereits vor rund zwei Wochen zeigten die Quartalszahlen eine starke Entwicklung: Der Umsatz im Segment Data Center verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 6,7 Milliarden US-Dollar.
Für das dritte Quartal rechnet das Management mit einem Gesamterlös von etwa 13 Milliarden US-Dollar. Die vor rund zwei Wochen abgeschlossene Übernahme des Chip-Spezialisten Taalas unterstreicht zudem die Ambitionen, die Effizienz bei KI-Berechnungen weiter zu steigern.
Transparenz bei Insider-Verkäufen
Gestern wurden neue Transaktionen aus dem Führungskreis des Unternehmens bekannt. CEO Lisa Su, Senior Vice President Ava Hahn und Executive Vice President Paul Grasby veräußerten Anteile. Grasby verkaufte 15.000 Aktien zu einem Kurs von 514,91 US-Dollar.
Wichtig für Anleger ist dabei die Einordnung der Verkäufe von Su und Hahn: Diese wurden über vorab festgelegte Handelspläne gemäß der US-Börsenrichtlinie Rule 10b5-1 abgewickelt. Solche Pläne werden lange im Voraus erstellt, um Führungskräften eine Diversifizierung ihres Vermögens zu ermöglichen, ohne dass die Transaktionen als Signal für die aktuelle geschäftliche Entwicklung gewertet werden können.
Markt blickt gespannt auf den Mittwoch
Trotz der positiven Analystenstimme notiert das Papier mit einem Schlusskurs von 405,30 € am Freitag aktuell etwa 21 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von Ende Juni. Seit Jahresbeginn konnte der Wert jedoch bereits um 120 % zulegen.
Die kommenden Tage dürften für die kurzfristige Richtung der Aktie entscheidend sein. Am Mittwoch veröffentlicht der Wettbewerber Nvidia seine Quartalsergebnisse.
Da Nvidia als Branchenprimus im Bereich KI-Beschleuniger gilt, strahlen dessen Zahlen und Ausblicke erfahrungsgemäß auf den gesamten Sektor aus. Analysten werden dabei besonders darauf achten, ob die hohen Erwartungen an die Nachfrage nach Rechenzentrumskapazitäten weiterhin erfüllt werden können.
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