AMD Aktie: 7,76 Prozent Minus nach Broadcom

Schwacher Broadcom-Ausblick belastet AMD-Aktie, während Analysten trotz hoher Bewertung optimistisch bleiben.

Auf einen Blick:
  • Broadcom-Ausblick löst Kursrutsch aus
  • AMD verliert 7,76 Prozent in einer Woche
  • Partnerschaft mit Rackspace für KI-Cloud
  • Analysten halten an Kaufempfehlungen fest

Ein schwacher Ausblick eines Konkurrenten hat den gesamten Halbleitersektor erschüttert — und AMD trifft es besonders hart. Die Aktie schloss am Freitag bei 404,55 Euro, ein Wochenminus von 7,76 Prozent. Dabei hatte AMD erst am 3. Juni mit 471 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch markiert.

Broadcom löst Kettenreaktion aus

Der Auslöser kam von Broadcom. Zwar übertrafen die Quartalsergebnisse die Erwartungen, doch der Ausblick enttäuschte: Für das dritte Quartal stellte Broadcom KI-Umsätze von 16 Milliarden Dollar in Aussicht — Analysten hatten 17,2 Milliarden erwartet. Das reichte, um grundsätzliche Zweifel am Tempo des KI-Investitionszyklus zu wecken. US-gelistete Chiphersteller verloren in der Folge zusammen rund 1,3 Billionen Dollar an Börsenwert.

Verstärkt wurde der Druck durch einen überraschend robusten US-Arbeitsmarktbericht. Mit 172.000 neu geschaffenen Stellen im Mai — fast doppelt so viele wie die erwarteten 80.000 — stiegen die Sorgen vor anhaltender Inflation und möglichen Zinserhöhungen der Fed. Der Nasdaq fiel daraufhin um 4,18 Prozent, einer seiner schwächsten Handelstage seit über einem Jahr.

Partnerschaft mit Rackspace als Gegengewicht

Abseits des Marktlärms arbeitet AMD an seiner Unternehmenskundenbasis. Mit Rackspace Technology unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung zur Entwicklung einer „Enterprise AI Cloud“-Plattform, die speziell auf regulierte Branchen zugeschnitten sein soll. Konkrete Finanzzahlen oder ein verbindlicher Zeitplan fehlen noch.

Das Vorhaben passt zur Wachstumsstrategie im Rechenzentrumsgeschäft. Im jüngsten Quartal legte das Data-Center-Segment um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar zu — der wichtigste Wachstumstreiber im Konzern.

Analysten bleiben optimistisch, Bewertung bleibt hoch

Wall Street lässt sich vom Rücksetzer nicht beirren. Von 51 Analysten empfehlen 41 die Aktie zum Kauf, zehn raten zum Halten. Nach dem Ausverkauf aktualisierten mehrere Häuser ihre Kursziele:

  • TD Cowen: Kaufempfehlung, Kursziel 600 USD
  • Goldman Sachs: Hochstufung auf „Kaufen“, Kursziel 450 USD
  • Benchmark: Kursziel auf 485 USD erhöht
  • DBS: Kursziel von 260 auf 500 USD angehoben

Ein Vorbehalt bleibt: AMD wird derzeit mit dem rund 102-fachen des Non-GAAP-Gewinns bewertet. Der Sektormedian liegt bei 26-fach. Selbst nach dem Rücksetzer ist die Aktie alles andere als günstig.

Jahresplus von über 100 Prozent bleibt intakt

Trotz des Wochenverlustes steht AMD seit Jahresbeginn noch immer mit über 112 Prozent im Plus — eine Entwicklung, die den Rücksetzer in Relation setzt. Der RSI von 55,3 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Verhältnisse.

Der nächste wichtige Termin ist das AMD-KI-Event „Advancing AI 2026″ am 23. Juli in San Francisco. CEO Lisa Su wird dort die KI-Roadmap des Unternehmens präsentieren — von der Chip-Architektur bis zur Software. Für den Kurs dürfte entscheidend sein, ob Su konkrete Wachstumsziele nennt, die die aktuelle Bewertung rechtfertigen.

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