Die diplomatische Mission in Peking brachte keine schnellen Kursgewinne. Während AMD-Chefin Lisa Su in China über Investitionen verhandelte, schickten Anleger die Aktie auf Talfahrt. Ein Kursminus von knapp zwei Prozent am Dienstag zeigt: Der Spagat zwischen geopolitischen Restriktionen und enormen Wachstumserwartungen wird für den Chipentwickler anspruchsvoller.
Diplomatie im Schatten der Exportkontrollen
Zum Wochenstart traf Su den chinesischen Vizepremier He Lifeng. Im Zentrum der Gespräche stand der Ausbau der AMD-Präsenz auf dem chinesischen Markt. Lifeng warb für eine vertiefte Kooperation. Für den US-Konzern ist dieses Terrain heikel. Strenge amerikanische Exportkontrollen für hochmoderne KI-Halbleiter zwingen das Unternehmen, modifizierte und leistungsschwächere Chips für chinesische Kunden zu entwickeln. AMD versucht, seine Marktposition in Asien zu schützen, ohne die Vorgaben aus Washington zu verletzen.
Hohe Bewertung bremst den Kurs
Trotz der strategischen Weichenstellungen in Asien gab die Aktie am Dienstag nach und schloss bei 356,85 Euro. Das Papier verzeichnete auf Wochensicht einen Rückgang von rund sechs Prozent. Marktbeobachter sprechen von einer Erschöpfung des Momentums. Zuvor war der Kurs innerhalb eines Monats um über 52 Prozent nach oben geschossen.
Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 138 lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Die aktuelle Schwäche reiht sich in einen breiteren Abverkauf bei US-Chipwerten ein, ausgelöst durch Sorgen vor steigenden Finanzierungskosten. Der Abstand zum jüngsten Jahreshoch bei 389,50 Euro beträgt mittlerweile gut acht Prozent.
Rechenzentren treiben das operative Geschäft
Operativ liefert das Unternehmen starke Argumente für die hohe Bewertung. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Gesamtumsatz um 38 Prozent auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Den Löwenanteil steuerte das Rechenzentrums-Geschäft bei. Die Erlöse in diesem Segment sprangen dank der hohen Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und Instinct-Grafikchips auf 5,8 Milliarden US-Dollar.
Für das laufende Quartal peilt das Management Einnahmen von rund 11,2 Milliarden US-Dollar an. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von etwa 46 Prozent. Großkunden wie OpenAI und Meta sichern diese Prognose mit umfangreichen Bestellungen für die neuen KI-Systeme ab.
Die zweite Jahreshälfte wird für die Infrastruktur-Sparte maßgeblich. AMD bereitet die planmäßige Auslieferung seiner Helios-KI-Systeme und der neuen MI450-Beschleuniger vor. Der Konzern hob seine Prognose für den adressierbaren Markt für Server-CPUs massiv an. Bis 2030 soll das Volumen auf über 120 Milliarden US-Dollar anwachsen. Treiber dieser Entwicklung ist die sogenannte agentische KI. Diese neue Generation künstlicher Intelligenz erfordert in künftigen Rechenzentren ein dichteres Verhältnis von Hauptprozessoren zu Grafikchips, was die CPU-Nachfrage direkt befeuert.
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