AMD Aktie: 51,3 Milliarden Dollar Auftragsbestand

AMD übertrifft mit Rekordumsatz die Prognosen, doch Analysten sorgen sich um die hohe Bewertung und Margen. Das KI-Geschäft wächst rasant.

Auf einen Blick:
  • Umsatzplus von 50 Prozent
  • Data-Center-Geschäft verdoppelt
  • Analysten uneins über Bewertung
  • KI-Auftragsbestand bei 51 Mrd. Dollar

AMD hat im zweiten Quartal 2026 mit einem Umsatz von 11,536 Milliarden Dollar die Erwartungen übertroffen. Das Wachstum von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr wurde vor allem vom Data-Center-Geschäft getragen, das um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar zulegte und inzwischen 58 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 1,66 Dollar und übertraf den Konsens von 1,62 Dollar. Trotzdem gerät das Papier an der Börse unter Druck.

Starke Zahlen, aber die Bewertung drückt

Die Reaktion auf die Zahlen fällt gespalten aus. Seeking Alpha stufte AMD am Dienstag von Buy auf Hold zurück und begründete den Schritt mit der hohen Bewertung von 48-fachem erwartetem Gewinn sowie einer unsicheren Margenentwicklung.

Die Non-GAAP-Bruttomarge stagniert bei 56 Prozent, während der Konzern für das dritte Quartal einen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar in Aussicht stellt – ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr, allerdings bei flacher Marge.

Auch Motley Fool griff das Bewertungsthema auf: AMD handelt demnach mit dem 63-Fachen des erwarteten Gewinns, während Nvidia nur mit dem 24-Fachen bewertet wird. Der Artikel argumentiert, historische Muster sprächen trotz der höheren Kennziffer für AMD als Kauf.

Andere Stimmen sehen das nüchterner: Trefis verweist auf eine Bewertung von 18,6-fachem Umsatz, ein Spitzenwert im Marktvergleich, und mahnt, dass die Instinct-Sparte margenmäßig unter dem Unternehmensdurchschnitt liegt.

Die Kursentwicklung der vergangenen Handelstage spiegelt diese Unsicherheit wider. Aktuell notiert die Aktie bei 416,95 Euro und legt am heutigen Mittwoch um 1,58 Prozent zu. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Minus von 11,25 Prozent, der Titel liegt damit auch klar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 446,22 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro fehlen weiterhin gut 18 Prozent.

Nachfrage von Anthropic, OpenAI und Microsoft treibt die Backlog-Story

Operativ liefert AMD Argumente für die Bullen. CEO Lisa Su sprach beim Ergebnistelefon von einer starken Dynamik im Geschäft. Der Auftragsbestand für KI-Beschleuniger summierte sich zuletzt auf 51,3 Milliarden Dollar.

Anthropic hat sich Kapazitäten von bis zu zwei Gigawatt der MI450-Chips gesichert, OpenAI plant laut einem Bericht sogar sechs Gigawatt, während Microsoft Azure seine Nutzung weiter ausbaut. Für 2027 stellt der Konzern eine erneute Verdopplung des Data-Center-Geschäfts sowie ein Server-CPU-Wachstum von über 70 Prozent in Aussicht.

Der Analystenkonsens bleibt trotz der jüngsten Herabstufung mehrheitlich positiv. Mehrere Häuser nennen Kursziele zwischen 546 und über 600 Dollar, ein Analyst sieht den fairen Wert sogar in einer Spanne von 550 bis 690 Dollar.

Gegenläufig bewegen sich institutionelle Anleger: Während Tema ETFs ihre Position im zweiten Quartal um 9,5 Prozent aufstockte, reduzierte Canvas Wealth Advisors ihren Bestand im selben Zeitraum um 20,8 Prozent. Auch aus dem Management kamen Verkäufe, etwa von CEO Su und EVP Norrod.

Risiken bleiben: Margen, Lieferketten und die Helios-Ausführung

Als zentrale Risikofaktoren gelten die Umsetzung des Helios-Rack-Systems, mögliche Lieferkettenprobleme sowie steigende Speicherkosten. Zudem wächst die Konkurrenz durch ARM-basierte Architekturen. Angesichts der hohen Bewertung reicht ein starkes Quartal allein offenbar nicht mehr, um die Aktie nachhaltig zu stützen – der Markt verlangt zusätzlich Klarheit über die künftige Margenentwicklung, bevor neue Kursimpulse entstehen dürften.

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