AMD Aktie: 4,9 Prozent Minus im Halbleiter-Ausverkauf

AMD verliert 4,9 Prozent im Zuge eines branchenweiten Abverkaufs, trotz positiver Effizienzfortschritte bei KI-Systemen und gemischter institutioneller Käufe.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch um fast fünf Prozent
  • KI-Effizienz vervierfacht sich
  • Emissionen sanken um 30 Prozent
  • Druckenmiller baut AMD-Position auf

AMD gerät am heutigen Mittwoch mit dem gesamten Halbleitersektor unter Druck. Die Aktie verliert 4,9 Prozent auf 397,95 Euro, nachdem sie bereits gestern von 418,25 Euro nachgegeben hatte.

Über sieben Tage summiert sich das Minus auf 5,1 Prozent, über 30 Tage auf fast zehn Prozent. Damit rutscht das Papier weiter unter seinen 50-Tage-Durchschnitt von 446,91 Euro und liegt gut ein Fünftel unter dem 52-Wochen-Hoch von 511,70 Euro.

Der Abverkauf trifft nicht nur AMD. Steigende Anleiherenditen, Inflationssorgen und ein Anstieg der Ölpreise belasten die gesamte Technologiebranche. Die 30-jährige US-Staatsanleihenrendite erreichte den höchsten Stand seit Juni 2007, was Wachstumswerte besonders unter Druck setzt.

In Asien büßte der Kospi über fünf Prozent ein, SK Hynix und Samsung verloren mehr als sieben Prozent. An der Wall Street fiel der Nasdaq Composite um 1,33 Prozent, während auch Intel wegen einer geplanten Kapitalerhöhung über 20 Milliarden Dollar und einer Kurszielsenkung durch UBS auf 112 Dollar deutlich nachgab.

Effizienzfortschritte bei KI-Rechenzentren

Inhaltlich meldete AMD am heutigen Mittwoch einen Fortschritt bei der Energieeffizienz seiner KI-Systeme: Bis Mitte 2026 habe sich die Rack-Skalen-Effizienz gegenüber der Basis von 2024 vervierfacht und damit das ursprünglich für diesen Zeitraum gesteckte Dreifach-Ziel übertroffen.

Bis 2030 strebt das Unternehmen eine 20-fache Effizienzsteigerung an. Nach dieser Rechnung sollen im Jahr 2030 lediglich zwei AMD-Racks die Leistung von 570 Racks aus dem Jahr 2024 erbringen – bei einem Zwanzigstel des Stromverbrauchs und einem 28stel der CO2-Intensität.

Zusätzlich berichtete AMD über operative Fortschritte in der Klimabilanz: Die Scope-1- und Scope-2-Emissionen sanken zwischen 2020 und 2025 um 30 Prozent, der Anteil erneuerbarer Energie liegt inzwischen bei 58 Prozent.

Allerdings wuchsen die absoluten Emissionen im selben Zeitraum um 23 Prozent, ein Hinweis auf das massive Wachstum des Geschäfts insgesamt. Nahezu alle Lieferanten – 99 Prozent – wurden zwischenzeitlich auditiert.

Institutionelle Anleger bauen Positionen um

Die jüngsten Pflichtmeldungen institutioneller Investoren zeichnen ein gemischtes Bild. Cane Capital Partners reduzierte seinen AMD-Bestand im zweiten Quartal um knapp 32 Prozent. ARK Invest verkaufte im gleichen Zeitraum weiter AMD-Aktien und kaufte stattdessen den erst kürzlich an die Börse gegangenen KI-Chip-Konkurrenten Cerebras zu.

Auch der bei Bridgewater verwaltete Fonds fuhr seine AMD-Position zurück. Gegenläufig bewegte sich Stanley Druckenmillers Duquesne Family Office: Der Investor verkaufte sämtliche Positionen in Micron, Intel, Broadcom, Lattice und Coherent, baute aber eine neue Position von 72.900 AMD-Aktien auf.

Operativ bleibt das Bild bei AMD stabil: Im zweiten Quartal übertraf das Unternehmen mit einem Gewinn je Aktie von 1,66 Dollar den Analystenkonsens von 1,62 Dollar, der Umsatz stieg um mehr als 50 Prozent auf 11,54 Milliarden Dollar. Der Kurseinbruch der vergangenen Tage speist sich damit weniger aus unternehmensspezifischen Problemen als aus einem branchenweiten Zinsschock, der Bewertungen im gesamten Halbleitersektor unter Druck setzt.

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