AMC testet mit Netflix ein Kinoformat, das weniger auf Tickets als auf Popcorn-Umsatz setzt. Die Aktie der Kinokette stieg im vorbörslichen Handel um 1,3 Prozent, nachdem das Unternehmen Einzelheiten zur Kooperation veröffentlicht hatte. An Silvester und Neujahr zeigte AMC das Finale von „Stranger Things“ in 231 Kinos und zog damit mehr als 753.000 Besucher an – ein Ansatz, der Kinos in Zeiten eines ausgedünnten Filmangebots neue Erlösquellen eröffnen könnte.
Kostenlos rein, 20 Dollar Pflichtumsatz
AMC stellte nach eigenen Angaben rund ein Drittel aller Kinos, die das Serienfinale spielten. Zudem entfielen schätzungsweise mehr als die Hälfte der Zuschauer, die das Event im Kino verfolgten, auf AMC-Standorte. Der Clou: Der Eintritt war gratis, dafür musste jeder Besucher verpflichtend Speisen und Getränke im Wert von 20 Dollar kaufen.
Finanziell ging das Konzept auf. In nur zwei Tagen setzte AMC mit den „Stranger Things“-Vorstellungen mehr als 15 Millionen Dollar um. Das entspricht grob 20 Dollar pro Besucher und legt nahe, dass viele Gäste den Mindestbetrag ausschöpften. Offen bleibt, wie tragfähig das Modell ist – und ob Zuschauer auch bei weiteren Serien-Events bereit sind, ähnliche Summen zu zahlen.
Fortsetzung der Zusammenarbeit in Aussicht
CEO Adam Aron stellte weitere Projekte mit Netflix in Aussicht. Zugleich betonte er, AMC werde Verpflichtungen gegenüber anderen Studios weiterhin gleichbehandeln – ein wichtiger Punkt, weil klassische Filmstudios die Nähe von Kinos zu Streaming-Plattformen genau beobachten.
Die Netflix-Aktie reagierte vorbörslich mit einem Plus von 0,3 Prozent. Ob solche Sonderveranstaltungen für AMC ein wiederholbares Wachstumsfeld werden, hängt davon ab, wie oft sich attraktive Formate finden – und ob das Publikum das „Event-Kino“ auch jenseits von Ausnahmen wie „Stranger Things“ annimmt.
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