Amazon: Kosten laufen aus dem Ruder – Ist das die Chance?

Amazon pumpt 200 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur – und riskiert dabei einen negativen Cashflow. Langfristige Wette oder kurzfristiger Albtraum?

Auf einen Blick:
  • KI-Investitionen steigen auf 200 Milliarden Dollar
  • Freier Cashflow halbiert sich im ersten Quartal
  • AWS erwirtschaftet über die Hälfte des Gewinns
  • Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Für 2026 hat sich Amazon einen ambitionierten Plan vorgenommen: Der Konzern will rund 200 Milliarden US-Dollar in den Ausbau von KI-Rechenzentren, eigenen Chips und Netzinfrastruktur stecken – 70 Milliarden US-Dollar mehr als noch im Vorjahr. CEO Andy Jassy sieht in künstlicher Intelligenz den Kern des künftigen Wachstums. An der Börse kam das weniger gut an.

Amazon Aktie Chart

Bilanz spürt die Last der Investitionen

Was die Zahlen zeigen, ist eindeutig: Der freie Cashflow – also das Geld, das dem Unternehmen nach allen Ausgaben noch zur Verfügung steht – schrumpfte in Q1 2025 von 50,1 auf 25,9 Milliarden US-Dollar. Steigen die Ausgaben 2026 weiter, droht er vollends ins Minus zu kippen. CFO Brian Olsavsky kündigte Einsparungen in anderen Bereichen an, nannte aber keine Einzelheiten.

AWS trägt das Unternehmen

Dass Amazon trotzdem profitabel bleibt, verdankt der Konzern vor allem seiner Cloud-Sparte AWS. Obwohl AWS nur 18 % des Gesamtumsatzes beisteuert, stammen satte 57 % des operativen Gewinns aus dieser Einheit. Im vergangenen Quartal legte AWS um 24 % zu – so kräftig wie seit drei Jahren nicht mehr. Weltweit hält die Sparte einen Marktanteil von 28 % und liegt damit klar vor der Konkurrenz.

Analysten sehen Aufwärtspotenzial

Die Kursziele liegen trotz des jüngsten Rückgangs weit über dem aktuellen Niveau: JPMorgan hält 280 US-Dollar für realistisch, Tigress Financial sogar 315 US-Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Amazon-Aktie rund 9 % verloren und liegt damit rund 22 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch – ein Einstieg, der zumindest rechnerisch Potenzial bietet.

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