Amazon hat diese Woche eine E-Mail an Kunden verschickt, die noch ältere Kindle-Geräte nutzen. Die Botschaft war unmissverständlich: Ab dem 20. Mai 2026 ist der Zugriff auf den Kindle Store für Modelle aus dem Jahr 2012 oder früher vorbei. Kaufen, ausleihen, herunterladen, alles gestrichen. Wer dann noch lesen will, ist auf bereits heruntergeladene Inhalte beschränkt.
Betroffen sind unter anderem der originale Kindle in der ersten und zweiten Generation, der Kindle DX, der Kindle Keyboard, Kindle 4 und 5, der Kindle Touch sowie die erste Generation des Kindle Paperwhite. Geräte, die bei vielen Nutzern noch tadellos funktionieren.
„Technologie hat sich weiterentwickelt“ – na klar
Amazon-Sprecher Jesse Carr sagte gegenüber TechCrunch, die betroffenen Modelle seien seit mindestens 14, manche sogar seit 18 Jahren unterstützt worden. „Technologie hat sich in dieser Zeit stark weiterentwickelt“, so Carr, und Amazon biete Bestandskunden Rabattaktionen für neuere Geräte an. Klingt nett. Ist aber halt auch ein klassisches Argument, das man immer dann bringt, wenn man Kunden zum Kauf eines neuen Produkts bewegen will.
Wer sein altes Gerät nach dem Stichtag auf Werkseinstellungen zurücksetzt oder abmeldet, kann es danach nicht mehr registrieren. Das war es dann.
Reddit brodelt
Auf Reddit meldeten sich zahlreiche Nutzer zu Wort, die ihre alten Kindles noch täglich benutzen und keinerlei Grund zur Beschwerde hatten, bis jetzt. „Ich hatte meinen Kindle jahrelang, er funktioniert noch einwandfrei. Wie verschwenderisch ist es, ein Produkt praktisch unbrauchbar zu machen, nur um Leute zum Kauf eines neueren Modells zu zwingen“, schrieb ein Nutzer. Dem ist wenig hinzuzufügen.
Einige Nutzer denken nun über Alternativen nach, etwa den Boox Palma oder Vivlio-E-Reader. Ob Amazon das einkalkuliert hat, darf bezweifelt werden. Denn wer einmal das Ökosystem wechselt, kommt selten zurück.
Laut den Vereinten Nationen wird der globale Elektroschrott bis 2030 auf 82 Millionen Tonnen anwachsen, ein Anstieg von 32 Prozent gegenüber 2022. Amazons Entscheidung trägt dazu ihren Teil bei, auch wenn der Konzern das wohl anders sehen wird.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 09. April liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
