Amazon dreht richtig auf. Die Investitionen sollen 2026 auf 200 Milliarden Dollar klettern. Das sind über 50 % mehr als die 131 Milliarden Dollar in 2025. Die Börse reagiert prompt und schickt die Aktie nachbörslich um 9 % nach unten. Schon im regulären Handel verlor das Papier 4,4 %.
Die Zahlen zum ersten Quartal machen wenig Freude. Amazon rechnet mit einem operativen Gewinn zwischen 16,5 und 21,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten jedoch 22,04 Milliarden erwartet. Rund eine Milliarde Dollar verschlingt allein das Internetgeschäft Leo, dazu kommen Investitionen in Schnelllieferungen und Preissenkungen im Auslandsgeschäft.
Die Cloud-Sparte AWS bleibt zwar Gewinnbringer und steuert über 60 % zum operativen Ergebnis bei. Doch das Wachstum von 24 % im vierten Quartal wirkt blass gegen Google Cloud mit 48 % und Microsofts Azure mit 39 %. CEO Andy Jassy verteidigt sich zwar damit, dass Wachstum auf einer Basis von 142 Milliarden Dollar schwerer fällt als bei kleineren Konkurrenten. Überzeugen kann das die Anleger heute nicht.
Die Investoren werden nervös
Wall Street hat eine klare Botschaft an die Tech-Riesen. Die enormen KI-Ausgaben müssen sich auch in den Ergebnissen zeigen. Google und Meta kamen damit durch, weil die Cloud-Zahlen überzeugten. Microsoft wurde abgestraft, Amazon jetzt ebenso. Die vier großen Hyperscaler wollen 2026 zusammen über 630 Milliarden Dollar ausgeben.
Amazon investiert massiv in KI-Infrastruktur. Das Projekt Rainier brachte fast eine halbe Million hauseigene Trainium2-Chips ans Netz, hauptsächlich für den Chatbot-Entwickler Anthropic. Doch die geplanten Ausgaben übersteigen den operativen Cashflow. Das Risiko einer Überinvestition in KI-Infrastruktur wird immer größer.
Anleger müssen sich jetzt fragen, ob Amazon das Geld wirklich sinnvoll einsetzt. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob sich die Milliardeninvestitionen auszahlen. Bis dahin bleibt die Nervosität groß.
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