Der US-Techkonzern Amazon hat kürzlich auf seinem Veranstaltungsformat „Delivering the Future“ in London die nächste Generation seines Lagerroboters Proteus vorgestellt. Hierüber berichtete unter anderem das US-Nachrichtenportal CNBC.
Der neue Roboter kann gesprochene Anweisungen in natürlicher Sprache verstehen und eigenständig darauf reagieren – ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorgänger, der ausschließlich über vordefinierte Barcode-Navigationspfade gesteuert wurde.
Amazon-Aktie: Proteus unterstützt Lagerarbeiter
Der neue Proteus ist ein flaches autonomes Fahrzeug, das Mitarbeitern auf Zuruf Transportaufgaben abnimmt und sich dabei frei durch das gesamte Lagergelände bewegen kann – nicht mehr nur in abgegrenzten Bereichen wie bisher. Es kann weiterhin Transportwagen mit bis zu 400 Kilogramm Gewicht befördern. In Europa soll der neue Roboter in ersten Jahreshälfte 2027 starten.
Ergänzt wird der neue Proteus durch zwei weitere Systeme: Vulcan, Amazons erster Roboter mit Tastsinn für präzises Greifen, sowie STARK, ein kollaboratives System zur Handhabung von Lagerbehältern. Beide sollen bis 2027 an 15 europäischen Standorten eingesetzt werden. Vulcan ist bereits im Amazon-Lager in Hamburg im Betrieb.
Amazon-Aktie: Zehn Milliarden Euro für Europa – und 25.000 neue Stellen
Die Ankündigungen sind eingebettet in ein Investitionspaket von mehr als zehn Milliarden Euro für den Ausbau und die Modernisierung des europäischen Lager- und Logistiknetzwerks.
Amazon kündigte an, in Europa parallel zur Automatisierung 25.000 neue Stellen zu schaffen. UK-Landeschef John Boumphrey betonte, Roboter hätten bei Amazon die Beschäftigung eher gesteigert als verringert.
Amazon-Aktie: Massiver Stellenabbau im Konzern trotzdem Realität
Diese Aussage steht jedoch im Widerspruch zu einer Reihe jüngster Einschnitte. Seit Ende 2022 hat Amazon insgesamt mehr als 57.000 Unternehmensstellen abgebaut – allein im Januar 2026 wurden 16.000 Stellen gestrichen, offiziell mit dem Ziel, Hierarchieebenen zu reduzieren.
CEO Andy Jassy hatte Mitarbeitern bereits offen mitgeteilt, KI werde den Gesamtbedarf an Arbeitskräften in den kommenden Jahren verringern. Interne Pläne sehen vor, bis 2033 bis zu 600.000 Stellen durch Automatisierung zu ersetzen.
Für Anleger ist die Gleichzeitigkeit von Stellenabbau und Investitionsversprechen ein typisches Muster der großen Technologiekonzerne: Automatisierung senkt die Betriebskosten strukturell, während neue Stellen entstehen – aber in anderen Bereichen, mit anderen Qualifikationsanforderungen.
Amazon will bis 2030 eine Milliarde Dollar in ein Weiterbildungsprogramm für Mitarbeiter investieren, das Qualifikationen in Bereichen wie Cybersicherheit, Softwareentwicklung und Mechatronik fördert.
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