Die Aktie von Amazon kommt nicht aus dem Kurskeller. Vor gut einer Woche hatte der US-Online-Versandhändler seine Quartalszahlen vorgelegt, berichtete über hohe Zuwächse, aber zudem über unerwartet hohe Investitionen von gut 200 Milliarden US-Dollar – und wurde dafür böse abgestraft. Von 245 Dollar noch zum Monatsanfang brach die Amazon-Aktie am Tag nach dem Quartalsbericht auf 203 Dollar ein. Und im Laufe der vergangenen Woche ging es sogar noch weiter hinab. Bei 198,79 Dollar verabschiedete sie sich am Freitag aus dem Handel in New York. All die optimistischen Analysten, sie dringen nicht durch.
Hohe Kursziele für Amazon nach Zahlen
Denn tatsächlich haben sich nach den Zahlen nahezu alle renommierten Häuser zu Amazon gemeldet – und durchweg hohe Kursziele für die Aktie aufgerufen. Nachfolgend eine Auswahl:
- JP Morgan: 265,00 US-Dollar, +33,31%
- Barclays: 300,00 US-Dollar, +50,91%
- UBS: 301,00 US-Dollar, +51,42%
- Goldman Sachs: 280,00 US-Dollar, +40,85%
Die US-Bank JP Morgan war die letzte, die sich geäußert hatte, und die Einstufung für Amazon auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 265 US-Dollar beließ. Heftige Investitionen in Richtung AWS-Infrastruktur und KI drückten zwar auf die Finanzen, doch dürften diese Investitionen aus einer Position einer starken Nachfrage heraus geschehen, schrieb Analyst Doug Anmuth mit Blick auf die jüngste Kursschwäche der Aktie.
Amazon stecke „in einem Dilemma“
Der Handels- und Cloudkonzern stecke im selben Dilemma wie andere Internetriesen, schrieb derweil Ross Sandler von der britischen Investmentbank Barclays. Die Investorengemeinschaft sei „derzeit nicht dazu bereit“, Unternehmen zu unterstützen, die hinter dem Ausbau der KI stünden. Dies könnte sich aber ändern.
Amazon habe seine Fähigkeiten vielleicht schon ausgebaut, wenn andere Wirtschaftszweige ihre Ausgaben für KI-Anwendungen erhöhten, glaubt der Analyst. Er hat die Einstufung für Amazon in der Folge auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 300 US-Dollar belassen. Nur: An den Märkten ist so viel Zuversicht (bislang) nicht angekommen.
Amazons Investitionspläne „mindestens tollkühn“
Die Investitionspläne von Amazon-Chef Andy Jassy seien bereits sehr ambitioniert gewesen, kommentierte das Handelsblatt die Pläne beim Online-Riesen. Seit er in Seattle eine Steigerung um mehr als 50 Prozent auf 200 Milliarden Dollar verkündete, „erscheinen sie nun mindestens tollkühn“. Jassy rechtfertigte die Rekordausgaben mit einer „starken Nachfrage“ und „wegweisenden Gelegenheiten“, heißt es. Das Geld werde schon wieder zurückverdient, versicherte er demnach.
„Viele Investoren folgten dieser Argumentation allerdings nicht“, so der Bericht. Diese störten sich daran, „dass die Investitionen weitaus schneller wachsen als das Geschäft, das sie tragen soll“ – allen voran die Sparte Amazon Web Services (AWS).
- Dessen Chef Matt Garman müsse dort die Rekordausgaben des Gesamtkonzerns mit seinen Cloud- und KI-Angeboten wieder einspielen, so das Handelsblatt
- Und das scheint ein Ding der Unmöglichkeit: Die Investitionen übersteigen den jüngsten Jahresumsatz von AWS dem Bericht zufolge um 55 Prozent
Amazon-Aktie 30 Prozent unter Höchststand
Und so ist es möglicherweise kein Zufall, dass alle Hoffnungen auf eine Kurserholung bei Amazon (bislang) geplatzt sind: Allein im zurückliegenden Monat hat die Aktie weitere knapp 20 Prozent ihres Werts eingebüßt. aller Kaufempfehlungen zum Trotz. Seit ihrem Zwischenhoch im November, ausgebildet bei 259 US-Dollar, beläuft sich der Abschlag sogar auf gut 30 Prozent:
Amazon Aktie Chart
Doch es gibt auch einen tröstlichen Umstand: Im April 2025, es ist rund zehn Monate her, war die Aktie von Amazon bis auf 162 Dollar zurückgefallen. Seitdem hat das Unternehmen seinen Börsenwert immerhin noch um gut 20 Prozent gesteigert. Dieser beläuft sich aktuell auf etwa 2,14 Billionen US-Dollar.
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