Der Online-Riese Amazon steht vor einem richtungsweisenden Termin. Am Donnerstag nach US-Börsenschluss wird der Konzern seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlichen. Anleger blicken dabei besonders auf das Wachstum der Cloud-Sparte AWS und die Auswirkungen der immensen Ausgaben für Künstliche Intelligenz auf die Bilanz.
Hohe Erwartungen an Cloud-Wachstum und Werbegeschäft
Analysten erwarten im Konsens einen Gewinn pro Aktie von 1,82 USD. Der Umsatz soll laut Schätzungen auf etwa 196,18 Milliarden USD steigen, was einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspräche. Damit müsste das Unternehmen den oberen Bereich seiner eigenen Prognose von 194 bis 199 Milliarden USD erreichen, um die Erwartungen des Marktes zu erfüllen.
Ein zentraler Pfeiler für den Erfolg bleibt die Cloud-Sparte AWS. Nachdem das Segment im ersten Quartal bereits um 28 Prozent zulegte, prognostizieren die Analysten der Bank of America für das abgelaufene Jahresviertel eine weitere Beschleunigung des Wachstums auf 33 Prozent. Ein starkes Abschneiden in diesem Bereich gilt als Voraussetzung, um das Vertrauen der Investoren in die KI-Strategie des Konzerns zu festigen.
Der hohe Preis der KI-Offensive
Sorgen bereiten den Marktteilnehmern jedoch die massiv gestiegenen Investitionskosten (Capex). CEO Andy Jassy plant für das laufende Jahr Investitionen in Höhe von rund 200 Milliarden USD, die primär in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen. Diese Strategie belastet die Liquidität erheblich: Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate sank drastisch auf 1,2 Milliarden USD, nachdem er ein Jahr zuvor noch bei fast 26 Milliarden USD gelegen hatte.
Diese Entwicklung sorgt am Markt für eine erhöhte Volatilität. Innerhalb der letzten sieben Tage verlor das Papier 6,26 Prozent an Wert. Investoren zeigen sich zunehmend ungeduldig und fordern klare Belege dafür, wann die hohen Ausgaben für Rechenzentren und spezialisierte Prozessoren zu entsprechenden Ertragssteigerungen führen werden. Berichte über ähnliche Kostensteigerungen bei Wettbewerbern hatten den gesamten Technologiesektor zuletzt unter Druck gesetzt.
Analysten bleiben trotz Kursdruck optimistisch
Trotz der jüngsten Korrektur halten viele Experten an ihren positiven Einschätzungen fest. Die Analysten von Goldman Sachs stufen den Titel weiterhin als Kauf ein und beziffern das Kursziel auf 335 USD. Sie verweisen dabei auf die starke Positionierung bei KI-Diensten wie Bedrock sowie das wachsende Geschäft mit eigenen Computerchips, das zuletzt deutlich zulegen konnte.
Zudem profitiert Amazon von einer stabilen Entwicklung im Kernbereich. Das Werbegeschäft zeigt weiterhin eine hohe Dynamik, und der Prime Day im Juni sorgte Medienberichten zufolge für Rekordumsätze bei den Online-Ausgaben in den USA. Dennoch bleibt die Aktie anfällig für Enttäuschungen bei den Margen, sollte das Cloud-Wachstum hinter den hohen Prognosen zurückbleiben.
Technisch notiert das Papier aktuell bei 203,60 € im deutschen Handel. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 37,7 nähert sich der Wert einer überverkauften Zone, was vor den anstehenden Zahlen für zusätzliche Spannung sorgt. Da Amazon in drei der letzten vier Quartale die Gewinnerwartungen übertreffen konnte, bleibt die Hoffnung auf eine positive Überraschung am Donnerstag bestehen.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
