Während viele KI-Aktien zuletzt kräftig unter Druck gerieten, hielt sich die Amazon-Aktie erstaunlich gut. Hintergrund ist ein Ereignis, das Analysten bei JPMorgan gerade sehr beschäftigt: der diesjährige Prime Day, und zwar in seiner viertägigen Form.
Acht Milliarden Dollar auf einen Schlag
Doug Anmuth, Analyst bei JPMorgan, rechnet damit, dass der Prime Day bis zu 8 Milliarden Dollar an zusätzlichem globalem Umsatz in das zweite Quartal zieht. Das ist nicht trivial. Noch wichtiger: Es ist das erste Mal seit 2021, dass der Prime Day im zweiten Quartal stattfindet. Anmuth sieht darin einen klaren Vorteil, denn Amazon navigiert so geschickter um die FIFA-Weltmeisterschaft und das 250-jährige Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit herum. Weniger Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Konsumenten, mehr Raum für Amazons eigenes Spektakel.
Was Prime wirklich wert ist
Anmuth und sein Team erwarten rund 6 Prozent Wachstum bei den Drittanbieter-Verkäufen und etwa 7 Prozent bei den Erstanbieter-Verkäufen. Dazu kommt eine Zahl, die aufhorchen lässt: JPMorgan beziffert den wahrgenommenen Wert einer Prime-Mitgliedschaft in den USA auf rund 1.440 Dollar pro Jahr. Das ist gut das Zehnfache des eigentlichen Abo-Preises von 139 Dollar. Allein bei den Liefergebühren sparten US-Prime-Mitglieder 2025 rund 550 Dollar. Amazon lieferte weltweit 13 Milliarden Pakete am selben oder nächsten Tag, und baut den ultraschnellen und ländlichen Versand weiter aus.
330 Dollar Kursziel, Amazon bleibt Best Idea
JPMorgan hält Amazon weiterhin auf seiner Analyst Focus List und setzt ein Kursziel von 330 Dollar, basierend auf dem 32-fachen des geschätzten GAAP-Gewinns je Aktie für 2027. Das ist eine klare Ansage. Und die Amazon-Aktie quittierte das mit einem Plus von 0,8 Prozent an einem Tag, an dem viele andere Tech-Werte deutlich nachgaben. Ob der Prime Day die Erwartungen dann auch tatsächlich erfüllt, wissen wir spätestens, wenn Amazon am 22. September die Quartalszahlen vorlegt.
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