Amazon Aktie: Prime Air startet am 6. August

Amazon verzeichnet starkes Cloud-Wachstum, expandiert mit Drohnen und KI nach Europa und Australien und erhöht die Investitionsprognose auf 220 Milliarden US-Dollar.

Auf einen Blick:
  • Institutionelle Anleger stocken Amazon-Aktien massiv auf
  • Drohnen-Lieferdienst Prime Air startet in Großbritannien
  • Alexa+ erstmals in Australien verfügbar
  • AWS-Umsatz wächst um 37 Prozent

Der Technologiekonzern Amazon festigt seine Position durch massive Zukäufe institutioneller Anleger und eine aggressive internationale Ausweitung seiner Kerngeschäftsfelder. Während der Konzern im Gesundheitssektor neue Patientengruppen erschließt, erreichen technologische Neuerungen wie Lieferdrohnen und KI-Assistenten erstmals wichtige Auslandsmärkte.

Strategisches Vertrauen durch institutionelle Käufer

Das Vertrauen in die langfristige Wachstumsstrategie des Unternehmens spiegelt sich deutlich in den jüngsten Positionsveränderungen großer Investoren wider. Laut Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht hat das Duquesne Family Office des bekannten Investors Stanley Druckenmiller seine Beteiligung an Amazon am Samstag gemeldet massiv ausgebaut.

Die Position wurde im zweiten Quartal 2026 um mehr als 1.000 Prozent auf nun 541.600 Aktien aufgestockt. Parallel dazu trennte sich die Investmentgesellschaft vollständig von ihren Anteilen an anderen Technologiegrößen wie Broadcom, Intel und Micron Technology.

Diese Umschichtung unterstreicht die Sonderstellung, die dem E-Commerce- und Cloud-Giganten derzeit beigemessen wird. Zwar meldete Vestor Capital LLC in einer Mitteilung vom Freitag eine Reduzierung seines Bestands um 5,4 Prozent auf 214.910 Aktien für das erste Quartal, doch überwiegt am Markt das Bild einer starken institutionellen Nachfrage.

Der Gründer und Verwaltungsratsvorsitzende Jeff Bezos veräußerte zudem vor rund zwei Wochen im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans rund 1,2 Millionen Aktien, hält jedoch weiterhin eine Beteiligung von 8,16 Prozent.

Technologische Expansion in Europa und Australien

Abseits der Finanzmärkte treibt der Konzern die Internationalisierung seiner neuesten Technologien voran. Am 6. August startete Amazon in Großbritannien seinen Drohnen-Lieferdienst Prime Air. Dies markiert die erste Expansion dieses Dienstes außerhalb der Vereinigten Staaten. Vom Logistikzentrum in Darlington aus sollen Pakete mit einem Gewicht von bis zu fünf Pfund innerhalb von nur 60 Minuten per MK30-Drohne zugestellt werden.

Zeitgleich erfolgt der Rollout neuer KI-Anwendungen. Mit dem Start des Programms für den KI-Assistenten Alexa+ in Australien vollzog das Unternehmen am 6. August seinen ersten Schritt in den asiatisch-pazifischen Raum für diese Technologiegeneration.

Im US-Heimatmarkt zielt Amazon unterdessen auf den Gesundheitssektor ab: Amazon Pharmacy stellt Medicare-Patienten seit dem 6. August GLP-1-Medikamente zur Gewichtsregulierung, darunter Präparate wie Wegovy und Zepbound KwikPen, für monatlich 50 US-Dollar zur Verfügung. Das Programm ist Teil einer Kooperation im Rahmen des bundesweiten Medicare GLP-1 Bridge Programms.

Cloud-Wachstum und Milliarden-Investitionen in KI

Die fundamentale Basis für diese Expansionsschritte legten die Geschäftszahlen für das zweite Quartal, die am 30. Juli veröffentlicht wurden. Besonders die Cloud-Sparte AWS (Amazon Web Services) zeigte mit einem Umsatzplus von 37 Prozent im Jahresvergleich eine deutliche Beschleunigung und übertraf die Erwartungen der Analysten von 31 Prozent Wachstum. Es war das stärkste Wachstum für dieses Segment seit dem Jahr 2021. Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden US-Dollar, während das Betriebsergebnis mit einem Plus von 43 Prozent auf 27,5 Milliarden US-Dollar überproportional zulegte.

Für die Zukunft setzt das Management verstärkt auf die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. CEO Andy Jassy kündigte an, die Prognose für die Investitionsausgaben (Capex) im laufenden Jahr von ursprünglich 200 Milliarden auf 220 Milliarden US-Dollar anzuheben.

Grund hierfür sind primär die gestiegenen Preise für Speichermedien im Zuge des globalen KI-Ausbaus. Trotz dieser hohen Ausgaben notiert die Aktie gestern (Dienstag) mit einem Schlusskurs von 224,05 € weiterhin rund 14 % über dem Niveau vom Jahresanfang.

Das Papier befindet sich damit in einer Konsolidierungsphase und liegt aktuell etwa 10 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von Anfang August. Für das dritte Quartal 2026 stellt das Unternehmen ein operatives Ergebnis zwischen 22,5 und 26,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht.

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