Amazon konkretisiert den weiteren Ausbau seines Satellitennetzes Leo. Nach Unternehmensangaben von gestern wurden bislang nahezu 400 Satelliten gestartet. Für den 23. November plant Amazon den Start weiterer 36 Satelliten mit einer Ariane 6 von Arianespace. Damit steht ein konkreter nächster Schritt fest, dessen Durchführung allerdings noch bevorsteht.
Leo erhält den nächsten Terminanker
Die aktualisierten Missionsangaben unterscheiden zwischen bereits erfolgten Starts und dem geplanten Ausbau. Für Anleger ist diese Trennung entscheidend: Der angekündigte Flug beschreibt den nächsten Umsetzungsschritt, nicht einen bereits erreichten Fortschritt beim Aufbau des Netzes.
Als Partner für den geplanten Start nennt Amazon Arianespace. Der Termin liefert damit einen überprüfbaren Anhaltspunkt für die weitere Entwicklung des Projekts. Die Zahl der bislang gestarteten Satelliten dokumentiert den bisherigen Ausbau; die nächste Mission soll ihn fortsetzen.
Die Ausbaupläne stehen neben weiteren Infrastrukturvorhaben des Konzerns. Dabei unterscheiden sich die nächsten Schritte deutlich: Bei Leo geht es um einen angekündigten Start, beim geplanten Drohnenstandort in Massachusetts zunächst um Forderungen nach zusätzlichen Prüfungen.
Abgeordnete verlangen Prüfung für Drohnenstandort
Die Senatoren Ed Markey und Elizabeth Warren sowie die Abgeordneten Jim McGovern und Lori Trahan wandten sich gestern an Amazon und die FAA. Medienberichten zufolge verlangen sie eine standortspezifische Umweltprüfung und eine Beteiligung der Öffentlichkeit, bevor der Prime-Air-Drohnenbetrieb am vorgeschlagenen Standort Westborough beginnt.
Die Forderung richtet sich ausdrücklich auf diesen Standort. Sie ist weder mit einem Verbot des Drohnenbetriebs noch mit einer bereits abgeschlossenen Umweltprüfung gleichzusetzen. Für die Bewertung des Vorhabens zählt daher nicht allein Amazons Planung, sondern auch der Umgang mit den verlangten Prüfungen und Beteiligungsmöglichkeiten.
AWS verbindet Investitionen mit Standortfragen
Auch bei Rechenzentren treffen Ausbauambitionen auf politische Standortfragen. AWS-Chef Matt Garman erklärte am 2. Oktober, Amazon werde über fünf Jahre mehr als $1 Milliarde in Gemeinden mit eigenen Rechenzentren investieren.
Zu den genannten Bereichen gehören Bildung, berufliche Qualifizierung sowie der Schutz von Wasser- und Energieressourcen. Zugleich sprach sich Garman gegen vorgeschlagene Moratorien für Rechenzentren aus.
Die Zusage betrifft die Standortgemeinden der Rechenzentren, nicht das Leo-Programm. Für Anleger ergibt sich damit ein differenziertes Bild: Amazon benennt konkrete Ausbaupläne und finanzielle Zusagen. Beim Satellitennetz liefert der geplante Novemberstart den nächsten Terminanker, während beim Drohnenprojekt Forderungen nach zusätzlichen Prüfungen im Mittelpunkt stehen.
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